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KI-Boom verschafft Nvidia Spielraum für historischen Aktienrückkauf

Grosses NVIDIA Logo vor einem Campus
Foto: NVIDIA

Key takeaways

➟ Nvidia erweitert sein Aktienrückkauf-Programm um 150 Milliarden Dollar. Insgesamt stehen damit bis zu 235 Milliarden Dollar für eigene Aktien bereit – ermöglicht durch starkes Wachstum im KI- und Rechenzentrumsgeschäft.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Nvidia weitet sein Aktienrückkaufprogramm massiv aus. Wie das Unternehmen mitteilt, hat der Verwaltungsrat des KI-Chipkonzerns eine zusätzliche Ermächtigung über 150 Milliarden US-Dollar beschlossen. Zusammen mit bislang nicht ausgeschöpften Genehmigungen kann Nvidia damit eigene Aktien im Wert von bis zu 235 Milliarden Dollar erwerben. Das Programm soll nach Unternehmensangaben bis einschließlich des Geschäftsjahres 2028 laufen.

KI-Geschäft sorgt für enorme Finanzkraft

Die neue Größenordnung wird durch das stark gewachsene KI-Geschäft des Konzerns ermöglicht. Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2027 erzielte Nvidia einen Umsatz von 96,2 Milliarden Dollar und damit mehr als doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum.

Allein das Data-Center-Geschäft steuerte 89 Milliarden Dollar bei und legte binnen eines Jahres um 117 Prozent zu. Der Nettogewinn erreichte knapp 59,7 Milliarden Dollar. Damit verfügt Nvidia über erhebliche Mittel, um gleichzeitig in neue Technologien zu investieren und Kapital an seine Aktionäre zurückzuführen.

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Rückkäufe wurden bereits deutlich beschleunigt

Nvidia hat sein Rückkauftempo im laufenden Geschäftsjahr bereits erhöht. Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2027 erwarb das Unternehmen 203 Millionen eigene Aktien für insgesamt 39,8 Milliarden Dollar. Davon entfielen 19,7 Milliarden Dollar auf das zweite Quartal.

Bereits im Mai hatte Nvidia die Rückkaufermächtigung um 80 Milliarden Dollar erweitert. Ende Juli standen dadurch noch rund 99 Milliarden Dollar zur Verfügung. Mit der zusätzlichen Genehmigung über 150 Milliarden Dollar steigt das verbleibende Volumen nun auf insgesamt 235 Milliarden Dollar.

Rückkauf ist keine Verpflichtung

Trotz der außergewöhnlichen Summe muss Nvidia den genehmigten Betrag nicht vollständig ausschöpfen. Zeitpunkt und Umfang der Käufe können unter anderem von Marktbedingungen, Investitionsbedarf und alternativen Verwendungsmöglichkeiten des Kapitals abhängen.

Die Ermächtigung gibt dem Konzern damit vor allem zusätzlichen finanziellen Spielraum. Nvidia kann eigene Aktien zurückkaufen, muss dies aber nicht in einem festen Zeitplan oder gleichmäßigen Umfang tun.

Bewertung rückt stärker in den Fokus

Die Entscheidung fällt in eine Phase, in der die Nvidia-Aktie trotz hoher Wachstumsraten mit einer niedrigeren Gewinnbewertung gehandelt wird als in früheren Jahren. Nach den im Ausgangstext genannten Reuters- und LSEG-Daten lag das Verhältnis von Aktienkurs zu erwarteten Gewinnen zuletzt bei rund 16,5 und damit deutlich unter dem langfristigen Durchschnitt.

Eine niedrigere Bewertung kann Aktienrückkäufe wirtschaftlich attraktiver machen, weil mit demselben Kapitaleinsatz mehr eigene Aktien erworben werden können. Gleichzeitig zeigt die Entwicklung, dass Investoren zunehmend darüber diskutieren, wie lange die außergewöhnlich hohen Wachstumsraten im KI-Infrastrukturgeschäft anhalten.

Kapitalrückführung wird zum strategischen Signal

Nvidia verfügt trotz der massiven Rückkäufe weiterhin über erhebliche finanzielle Reserven. Ende Juli lagen liquide Mittel und kurzfristig handelbare Schuldpapiere zusammen bei rund 56,6 Milliarden Dollar. Hinzu kamen börsennotierte Beteiligungen im Wert von etwa 42,8 Milliarden Dollar.

Das Programm ist damit vor allem ein Signal für die veränderte Größenordnung des Geschäftsmodells. Nvidia hat sich vom Grafikspezialisten zu einem zentralen Anbieter für KI-Rechenzentren, Beschleuniger, Netzwerktechnik und Software entwickelt. Entscheidend für die weitere Kapitalrückführung bleibt, ob der weltweite Investitionsboom in KI-Infrastruktur und damit die starke Cashflow-Entwicklung anhält.

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