Alibaba Cloud, offizieller World Partner der Olympia, treibt bei den Olympischen Winterspielen in Mailand-Cortina 2026 die Digitalisierung mit Künstlicher Intelligenz (KI) und Cloud-Technologie voran. In Zusammenarbeit mit dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) und Olympic Broadcasting Services (OBS) entsteht eine neue Generation von Sportberichterstattung und Medienarchivierung, die auf großskalige Automatisierung, dynamische Inhalte und intelligente Nutzererlebnisse setzt.
Echtzeit-Replays und immersive Perspektiven
Zu den technologischen Neuerungen zählt ein verbessertes 360°-Replay-System. Mit Hilfe von KI werden Athleten in Echtzeit aus komplexen Hintergründen wie Schnee oder Eis herausgelöst. Das System ermöglicht dreidimensionale Rekonstruktionen sportlicher Höhepunkte binnen 15 bis 20 Sekunden – schnell genug für die Live-Übertragung. Besonders spektakulär: Die Funktion „Spacetime Slices“ zeigt mehrere Bewegungsphasen eines Athleten in einem einzigen Bild.
Eingesetzt wird das Replay-System in 17 Disziplinen, etwa Eishockey, Skispringen oder Eiskunstlauf. Zusätzliche visuelle Effekte wie „BulletTime“, bekannt aus Peking 2022, erweitern das Repertoire um Frame-Freezing und Zeitlupen. Ziel ist eine intensivere, visuell verständlichere Darstellung sportlicher Höchstleistungen.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Automatisierung durch LLM-Technologie
Erstmals kommt bei Olympischen Spielen ein auf großen Sprachmodellen (Large Language Models, LLMs) basierendes System zum Einsatz: die Automatic Media Description (AMD) Plattform. Das System, entwickelt mit dem Alibaba-Modell „Qwen“, erkennt automatisch Athleten, erstellt Veranstaltungsbeschreibungen und versieht Videoinhalte mit Metadaten. Suchanfragen in Alltagssprache wie „Goldmedaillengewinn im Eiskunstlauf“ liefern so sekundenschnelle Ergebnisse.
Dieses Konzept der natürlichen Spracheingabe wird nicht nur für Medienproduktion genutzt. In Lausanne stattet das IOC-Museum Besucher mit personalisierten Audioführern aus, ebenfalls auf Qwen-Basis. Gleichzeitig erhalten Mitarbeiter von Nationalen Olympischen Komitees über ein internes Assistenzsystem Zugang zu Dokumenten, Richtlinien und Förderinformationen – in mehreren Sprachen.
Broadcasting aus der Cloud
Ein Meilenstein der digitalen Infrastruktur ist der erweiterte Einsatz der OBS Live Cloud. Bereits seit Tokio 2020 im Einsatz, hat sie sich von einer optionalen Lösung zum Standard für Übertragungen entwickelt. In Mailand-Cortina 2026 werden 428 Live-Video-Feeds, davon 26 in UHD, sowie 72 Audiokanäle über das Cloud-Netzwerk verteilt – statt via Satellit oder dedizierte Leitungen. Dies senkt die Kosten und erhöht die Flexibilität.
Kleinere Sender profitieren dabei vom OBS Video Player, der ihnen ohne große Investitionen professionellen Zugriff auf die Live-Übertragungen ermöglicht. Auch in der Nachberichterstattung wird aufgerüstet: Über die Plattform OBS Content+ stellt OBS über 5.000 Kurzvideos bereit, etwa mit emotionalen Momenten oder Highlight-Clips – durchsuchbar und weltweit verfügbar.
Intelligente Archivierung und nachhaltiger Zugriff
Ebenfalls innovativ ist das Projekt „Sports AI“, eine KI-gestützte Archivlösung. Die Plattform verwaltet mehr als acht Petabyte an historischem Videomaterial und macht diese über natürliche Spracheingabe durchsuchbar. Nutzer können mit einfachen Sprachkommandos gezielt Inhalte abrufen – etwa vergangene Goldmedaillenläufe oder ikonische Interviews.
Durch die Integration mit dem IOC-System „Flex“ werden Videos automatisch getaggt und kategorisiert. Dies schafft nicht nur bessere Zugriffsmöglichkeiten für Redaktionen, sondern verwandelt auch bisher ungenutzte Aufnahmen in ein lebendiges Wissensarchiv.
Fazit: KI als Erbe der Spiele
Laut IOC-Technikchef Ilario Corna markiert Mailand-Cortina 2026 eine Zeitenwende: Erstmals sei Künstliche Intelligenz tief im Olympischen Betrieb integriert. Von intelligenten Suchsystemen über Echtzeit-Analysen bis zur Archivpflege beeinflusst die Technik alle Ebenen der Spiele.
IOC-Präsidentin Kirsty Coventry sieht darin mehr als ein technisches Upgrade. Sie spricht vom „intelligenten Erbe“ dieser Winterspiele – einem Vermächtnis, das die Zukunft der Olympischen Spiele prägen wird.


