OTTO erweitert sein Geschäftsmodell um digitale Produkte. Zum Start können Kundinnen und Kunden den digitalen Nintendo-Spielekatalog direkt über otto.de und die OTTO-App kaufen. Die neue technische Infrastruktur soll künftig auch für Softwarelizenzen, Guthabenkarten, Gutscheine und E-Books genutzt werden.
Nintendo macht den Anfang
Die Einführung beginnt mit digitaler Spielesoftware von Nintendo. Damit ergänzt OTTO das bisherige Angebot physischer Produkte erstmals um Inhalte, die direkt nach dem Kauf digital bereitgestellt werden können.
Die Zusammenarbeit mit Nintendo baut auf einer bereits bestehenden Partnerschaft im Bereich Unterhaltungselektronik auf. Für OTTO dient der Start zugleich als Test- und Skalierungsbasis für weitere digitale Sortimente.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Code wird im Kundenkonto bereitgestellt
Nach dem Kauf wird der jeweilige digitale Code im OTTO-Kundenkonto hinterlegt. Besonderen Wert legt der Händler auf einen Aktivierungsprozess, der das gesetzliche Widerrufsrecht berücksichtigt.
Kundinnen und Kunden müssen nicht unmittelbar beim Kauf auf ihr Widerrufsrecht verzichten. Stattdessen können sie selbst entscheiden, ob der Inhalt sofort freigeschaltet werden soll. Erfolgt keine direkte Aktivierung, wird der Code erst nach Ablauf der gesetzlichen Widerrufsfrist bereitgestellt.
Stornierung bleibt zunächst möglich
Bis zur Freischaltung des digitalen Inhalts soll eine Stornierung weiterhin möglich sein. OTTO versucht damit, den Kauf digitaler Produkte stärker an gewohnte Prozesse des klassischen Onlinehandels anzulehnen.
Der Ansatz unterscheidet sich von Modellen, bei denen Käufer bereits beim Abschluss des Kaufs ausdrücklich auf das Widerrufsrecht verzichten müssen, um den digitalen Inhalt unmittelbar nutzen zu können.
Weitere digitale Sortimente geplant
Die neue Infrastruktur ist nicht auf Videospiele beschränkt. OTTO prüft bereits den Ausbau auf Softwarelizenzen, Guthabenkarten, eigene digitale Wertgutscheine und E-Books.
Damit erschließt der Händler ein Geschäftsfeld, das ohne physische Lagerung und klassischen Versand auskommt. Zugleich entstehen neue Möglichkeiten, zusätzliche Sortimente und Partnerangebote in die bestehende Plattform zu integrieren.
Plattformgeschäft wird um digitale Waren erweitert
Für OTTO ist der Einstieg damit mehr als eine Sortimentserweiterung. Das Unternehmen schafft eine technische Basis für Produkte, deren Kauf, Auslieferung und Nutzung vollständig digital erfolgen.
Langfristig könnte die neue Infrastruktur dazu beitragen, das Plattformgeschäft stärker mit digitalen Inhalten und Services zu verbinden. Wie schnell weitere Produktkategorien folgen, hat OTTO bislang nicht konkretisiert.





