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Versace-Übernahme: Prada-Nachfolge Bertelli schließt weitere Zukäufe nicht aus

Prada Store auf der New York Fifth Avenue
Foto: Prada Group

Key takeaways

Prada-Manager Lorenzo Bertelli, Sohn der Designerin Miuccia Prada, sieht in der Übernahme von Versace einen strategischen Meilenstein und schließt weitere Zukäufe wie Armani nicht aus. Die Integration von Versace erfolgt im Rahmen eines langfristigen Nachfolgeplans innerhalb der Familie Prada.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Prada stellt mit der vor rund 6 Wochen auch von der EU genehmigten Übernahme von Versace für rund 1,3 Milliarden Euro die Weichen für die Zukunft – und signalisiert zugleich, dass weitere Übernahmen möglich sind. Lorenzo Bertelli, Sohn der Designerin Miuccia Prada und zukünftiger CEO, erklärte in einem Interview mit Reuters, dass die Gruppe offen für Gelegenheiten sei, auch wenn derzeit keine weiteren Pläne konkret verfolgt würden.

Strategiewechsel bei Prada

Die Übernahme von Versace markiert einen Wendepunkt für das traditionsreiche Modehaus, das bislang eher zurückhaltend bei Fusionen agierte. Auslöser für die Entscheidung sei laut Bertelli die weltweite Markenbekanntheit von Versace sowie ein attraktiver Preis gewesen. Die Transaktion wurde gemeinsam mit CEO Andrea Guerra vorbereitet und als Teil eines umfassenden Nachfolgeplans innerhalb der Familie umgesetzt.

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Armani: Ein mögliches, aber hypothetisches Ziel

Angesprochen auf ein mögliches Interesse an Giorgio Armani, dessen Zukunft nach dem Tod des Gründers Giorgio Armani im September 2025 offen ist, äußerte sich Bertelli zurückhaltend. Zwar schloss er eine künftige Beteiligung nicht aus, betonte jedoch, dass es bislang keinerlei Gespräche oder Kontakte gegeben habe. Die Konzentration liege derzeit voll auf Versace, das nach Jahren stagnierenden Wachstums wiederbelebt werden soll.

Bertellis wachsender Einfluss im Konzern

Im Rahmen des Deals soll Lorenzo Bertelli zum Executive Chairman von Versace ernannt werden und damit seine Rolle im Konzern weiter ausbauen. Bereits heute ist der 37-Jährige nicht nur Chief Marketing Officer, sondern auch für die Unternehmensverantwortung (CSR) zuständig. Bertelli erklärte, dass er den Deal gemeinsam mit Guerra zwischen Januar und März auf operativer Ebene vorangetrieben habe – ein Zeichen seiner wachsenden Bedeutung als künftiger Lenker des Konzerns.

Prada bleibt langfristig unabhängig

Trotz Spekulationen über eine mögliche Zweitnotierung in Mailand oder strategische Partnerschaften bleibt Prada vorerst auf seinem aktuellen Kurs. Eine weitere Börsennotierung sei derzeit nicht geplant. Auch mit bestehenden Lizenzverträgen – etwa mit L’Oréal im Beauty-Segment oder EssilorLuxottica für Brillen – zeigt sich der Konzern zufrieden. Mit Letzterem laufen derzeit Gespräche über mögliche Smart Glasses, konkrete Entscheidungen stehen aber noch aus.

Solider Kurs trotz Marktabkühlung

Prada trotzt der allgemeinen Abkühlung im Luxussegment mit stabilen Zahlen. Vor allem die Zweitmarke Miu Miu trägt auch im letzten Quartal erneut stark zum Wachstum bei. Die Unternehmensführung sieht keinen Grund zur Eile beim Turnaround von Versace – vielmehr wolle man sich die nötige Zeit nehmen, um die Marke wieder erfolgreich zu positionieren.

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