Nach dem Aus von Tegut in Deutschland, treibt die REWE Group ihre Expansion im deutschen Lebensmitteleinzelhandel weiter voran. Wie das Unternehmen mitteilt, wurde mit der Genossenschaft Migros Zürich eine Vereinbarung zur Übernahme von bis zu 40 Märkten der Handelskette Tegut geschlossen. Die Transaktion steht unter dem Vorbehalt der kartellrechtlichen Genehmigung durch das Bundeskartellamt.
Aufteilung zwischen REWE und PENNY
Der Großteil der Standorte soll künftig in das klassische REWE-Vertriebsnetz integriert werden. Ein Teil der Märkte wird hingegen unter der Discount-Marke PENNY weitergeführt, die ebenfalls zur REWE Group gehört.
Die Aufteilung folgt einer klaren Logik: Während REWE für Vollsortiment, Serviceorientierung und ein breites Marken- wie Frischesortiment steht, adressiert PENNY als Discounter preisorientierte Kundensegmente mit schlankerem Sortiment und hoher Prozesseffizienz. Mit dieser Doppelstrategie kann der Handelskonzern regionale Marktgegebenheiten differenziert bedienen und Wettbewerbspotenziale besser ausschöpfen.
Gerade in einem von Preissensibilität, Frequenzdruck und zunehmender Filialkonsolidierung geprägten Marktumfeld verschafft sich REWE damit zusätzliche Flexibilität.
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Fokus auf Nahversorgung und Modernisierung
Nach Abschluss der Transaktion plant REWE, die übernommenen Märkte schrittweise zu modernisieren und in bestehende Sortiments- und Logistikstrukturen zu integrieren. Ziel ist eine effizientere Warenversorgung, klarere Sortimentsarchitektur und eine stabile Preispositionierung.
Die Integration in die leistungsfähigen Beschaffungs- und Logistiknetzwerke der REWE Group dürfte Skaleneffekte heben – sowohl im Einkauf als auch in der Distribution. Gleichzeitig werden Investitionen in Flächenlayout, Energieeffizienz und digitale Prozesse erwartet. Für Kundinnen und Kunden sollen sich daraus eine verbesserte Warenverfügbarkeit sowie optimierte Einkaufsabläufe ergeben.
Regionale Produkte bleiben erhalten
Trotz Einbindung in größere Konzernstrukturen soll die regionale Ausrichtung der Tegut-Standorte in Teilen erhalten bleiben. Insbesondere Bio-Produkte und hochwertige regionale Angebote sollen weiterhin eine Rolle spielen.
Tegut hatte sich in der Vergangenheit mit einem vergleichsweise hohen Bio-Anteil und einem differenzierten Qualitätsprofil positioniert. REWE signalisiert, diese Elemente nicht vollständig aufzugeben, sondern – wo wirtschaftlich sinnvoll – in das eigene Konzept zu integrieren. Damit versucht der Konzern, Stammkundschaft nicht zu verlieren und zugleich Synergien zu realisieren.
Beschäftigte sollen übernommen werden
Nach Unternehmensangaben sollen allen Mitarbeitenden der betroffenen Standorte Jobangebote unterbreitet werden. Ziel sei es, Arbeitsplätze zu sichern und den Teams eine langfristige Perspektive innerhalb der REWE Group zu bieten.
Gerade vor dem Hintergrund des anhaltenden Fachkräftemangels im Handel ist die personelle Kontinuität ein strategischer Vorteil. Die Übernahme eingearbeiteter Teams reduziert Integrationsrisiken und beschleunigt die operative Stabilisierung der Märkte.
Entscheidung liegt beim Bundeskartellamt
Ob und in welchem Umfang die Transaktion vollzogen werden kann, hängt nun von der Prüfung durch das Bundeskartellamt ab. Die Wettbewerbsbehörde wird insbesondere regionale Marktanteile und mögliche Konzentrationseffekte analysieren.
Erst nach einer Freigabe kann die konkrete Integration beginnen. Details zu einzelnen Standorten oder Zeitplänen wurden aufgrund des laufenden Verfahrens bislang nicht veröffentlicht.
Mit dem geplanten Schritt setzt REWE ein weiteres Zeichen für die fortschreitende Konsolidierung im deutschen Lebensmitteleinzelhandel. Während kleinere und mittelgroße Formate zunehmend unter Margendruck geraten, sichern sich kapitalkräftige Handelsgruppen strategisch relevante Standorte – und stärken damit ihre Verhandlungsposition gegenüber Lieferanten wie auch ihre Präsenz im Flächenmarkt.


