ROSSMANN vereinfacht den unternehmensinternen Zugang zu Informationen durch eine KI-gestützte Datenlösung. Mit „Chat with your Data“ können Beschäftigte betriebliche Kennzahlen und Zusammenhänge künftig über Fragen in Alltagssprache abrufen. Die auf Databricks basierende Anwendung liefert innerhalb weniger Sekunden strukturierte Ergebnisse aus geprüften Datenbeständen. Damit sollen aufwendige Auswertungsprozesse verkürzt und Fachabteilungen bei operativen und strategischen Entscheidungen unterstützt werden.
Datenstrategie setzt auf eigenständige Informationsabfragen
Die neue Anwendung baut auf einer Datenstrategie auf, die der Drogeriehändler vor rund zwei Jahren eingeleitet hat. Im Mittelpunkt steht die Möglichkeit, verlässliche Unternehmensinformationen ohne umfangreiche technische Kenntnisse selbstständig auszuwerten. Statt für jede Analyse gesonderte Berichte anzufordern, können berechtigte Beschäftigte benötigte Informationen unmittelbar über die Plattform beziehen.
Christian Metzner, Geschäftsführer für IT und Personal bei ROSSMANN, sieht insbesondere im vereinfachten Informationszugang einen wesentlichen Fortschritt. Die Technologie soll Fachbereichen ermöglichen, vorhandene Daten stärker in ihre täglichen Arbeitsabläufe einzubinden und Entscheidungen auf einer einheitlichen Informationsgrundlage zu treffen.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Logistik nutzt KI bereits im operativen Betrieb
Den ersten produktiven Einsatz hat ROSSMANN gemeinsam mit seiner Logistik umgesetzt. Dafür wurden geprüfte Datenbestände aufbereitet, die unter anderem Informationen zu Transporttouren, Warenbewegungen und der Versorgung der Filialen bereitstellen. Beschäftigte können aktuelle Abläufe abfragen, Unregelmäßigkeiten erkennen und bei Bedarf automatische Hinweise erhalten.
Die Anwendung arbeitet ausschließlich mit operativen Logistikinformationen und ist bereits in die täglichen Prozesse eingebunden. Nach Angaben des Unternehmens lassen sich erste Fragen zur Tourenplanung innerhalb weniger Sekunden beantworten. Logistikmanager Jan Blendermann bewertet insbesondere die zuvor geschaffenen Datenstrukturen als entscheidende Voraussetzung für den praktischen Nutzen der Technologie. Die Erfahrungen aus diesem Bereich sollen weitere Einsatzmöglichkeiten innerhalb des Unternehmens vorbereiten.
Zugriffsrechte und Datenqualität als technische Grundlage
Bei der Bereitstellung interner Informationen setzt ROSSMANN auf ein abgestuftes Sicherheitskonzept. Die jeweiligen Zugangsberechtigungen sind unmittelbar mit den zugrunde liegenden Datenprodukten verknüpft. Dadurch können Beschäftigte ausschließlich Informationen abrufen, die für ihre Aufgaben freigegeben wurden.
Neben dem Schutz vertraulicher Unternehmensinformationen spielt die Verlässlichkeit der Daten eine zentrale Rolle. Mark Brühne, verantwortlich für den Datenbereich bei ROSSMANN, verweist auf die langfristige Modernisierung der technischen Infrastruktur. Einheitliche Qualitätsstandards und kontrollierte Zugänge sollen sicherstellen, dass die KI-Anwendung nachvollziehbare und belastbare Ergebnisse bereitstellt.
Weitere Fachbereiche sollen schrittweise folgen
Nach dem Start in der Logistik plant ROSSMANN, die Anwendung auf zusätzliche Unternehmensfunktionen auszuweiten. Als mögliche Einsatzfelder gelten Einkauf, Marketing, Finanzwesen und Category Management. Voraussetzung für die Erweiterung sind jeweils konkrete Anwendungsfälle sowie eindeutig definierte Kennzahlen und Berechnungsmethoden.
Die Einführung wird durch interne Weiterbildungsangebote begleitet. Über die Data Academy vermittelt das Unternehmen Kenntnisse zur Nutzung von Daten und künstlicher Intelligenz. Auf diese Weise sollen Beschäftigte befähigt werden, die neuen Analysewerkzeuge eigenständig und verantwortungsvoll in ihre Arbeitsprozesse zu integrieren.
KI-Plattform soll Entscheidungsprozesse beschleunigen
Mit dem Ausbau der Datenplattform verfolgt ROSSMANN das Ziel, Informationen schneller dort verfügbar zu machen, wo sie benötigt werden. Der produktive Logistikeinsatz zeigt, wie sich bestehende Datenbestände durch sprachbasierte Abfragen unmittelbar für operative Aufgaben erschließen lassen. Ob sich daraus vergleichbare Vorteile in anderen Unternehmensbereichen ergeben, wird die weitere Einführung zeigen.




