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Milliarden-Deal: Salesforce übernimmt Marketing-Plattform Braze

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Foto: Braze

Key takeaways

➟ Salesforce will Braze für 5,66 Milliarden Dollar übernehmen. Die Marketingplattform soll Marketing Cloud und Agentforce ergänzen und Unternehmen eine stärker automatisierte, KI-gestützte Kundenkommunikation in Echtzeit ermöglichen.

Lesezeit ca. 3 Minuten

Der US-Softwarekonzern Salesforce hat eine verbindliche Vereinbarung zur Übernahme der Marketingplattform Braze geschlossen. Die Transaktion bewertet das Unternehmen mit rund 5,66 Milliarden US-Dollar. Aktionäre sollen für jede Braze-Stammaktie der Klasse A einen Barbetrag von 47,50 Dollar erhalten. Mit dem Zukauf will Salesforce seine Position im KI-gestützten Marketing stärken und die automatisierte Kundenkommunikation über verschiedene digitale Kanäle ausbauen.

Braze ermöglicht personalisierte Kundenansprache in Echtzeit

Braze entwickelt Software, mit der Unternehmen auf das Verhalten ihrer Kunden unmittelbar reagieren können. Die Plattform verarbeitet Daten aus mobilen Anwendungen, Websites und weiteren digitalen Angeboten und ermöglicht darauf abgestimmte Marketingmaßnahmen.

Die Kommunikation erfolgt unter anderem über E-Mail, SMS, WhatsApp und mobile Apps. Die cloudbasierte Architektur ist auf große Datenmengen ausgelegt und verarbeitet nach Unternehmensangaben jährlich Billionen von Nachrichten und Aktionen innerhalb digitaler Kundenprozesse.

Mit BrazeAI verfügt das Unternehmen zudem über KI-Funktionen, die Inhalte, Angebote, Kommunikationskanäle und Versandzeitpunkte optimieren sollen. Dadurch können Unternehmen ihre Marketingmaßnahmen fortlaufend an aktuelle Kundeninteraktionen anpassen.

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Salesforce will Marketing Cloud und Agentforce erweitern

Nach dem geplanten Abschluss soll Braze die bestehenden Salesforce-Produkte ergänzen. Besonders relevant sind dabei Marketing Cloud, Data 360, Customer 360 und die KI-Agentenplattform Agentforce.

Salesforce möchte Kundendaten stärker mit automatisierten Marketingentscheidungen verbinden. Unternehmen sollen dadurch personalisierte Angebote unmittelbar anpassen können, beispielsweise wenn Verbraucher Produkte betrachten, Einkäufe tätigen oder digitale Dienstleistungen nutzen.

Die Integration soll insbesondere das Geschäft mit Endverbrauchern stärken. Gleichzeitig will Salesforce eine offene technische Architektur beibehalten, damit Kunden weiterhin unterschiedliche Datenplattformen und externe Anwendungen einsetzen können.

KI soll Marketingprozesse stärker automatisieren

Die Übernahme ist Teil der Salesforce-Strategie, künstliche Intelligenz zunehmend für operative Geschäftsprozesse einzusetzen. Dabei geht es nicht ausschließlich um die Analyse von Kundendaten, sondern auch um die automatische Auswahl geeigneter Maßnahmen.

Braze bringt dafür Technologien zur Verarbeitung aktueller Verhaltensdaten und zur Optimierung digitaler Kundeninteraktionen ein. In Verbindung mit den Salesforce-Anwendungen könnten Unternehmen Marketing, Vertrieb, E-Commerce und Kundenservice enger miteinander verknüpfen.

Insbesondere im Endkundengeschäft verspricht sich Salesforce Vorteile durch schnellere Reaktionszeiten und individuellere Kommunikation. Ob die Integration tatsächlich messbare Effizienzgewinne ermöglicht, wird sich nach dem Zusammenschluss zeigen.

Braze betreut rund 2.770 Unternehmenskunden

Braze zählt nach eigenen Angaben etwa 2.770 Kunden. Zu den Nutzern der Plattform gehören Canva, Dairy Queen, Equinox, Instacart, Urban Outfitters und Venmo.

Das von Bill Magnuson und Jon Hyman mitgegründete Unternehmen verfügt über umfangreiche Erfahrung in mobiler Kundenkommunikation, Datenverarbeitung und digitaler Kundenbindung. Salesforce will diese Kompetenzen nutzen, um die Entwicklung seiner Marketingtechnologie zu beschleunigen.

Braze soll auch nach der Übernahme unter seiner bisherigen Marke weiterentwickelt werden. Das Management plant zudem, die bestehenden Beziehungen zu Kunden und Technologiepartnern fortzuführen.

Abschluss im Salesforce-Geschäftsjahr 2028 vorgesehen

Die Übernahme ist noch nicht abgeschlossen und steht unter mehreren Bedingungen. Erforderlich sind unter anderem die Zustimmung der Braze-Aktionäre sowie die Genehmigungen der zuständigen Aufsichtsbehörden.

Salesforce erwartet den Vollzug der Transaktion im Geschäftsjahr 2028. Für das Geschäftsjahr 2027 rechnet der Konzern nicht mit Auswirkungen auf seine bisherige Finanzprognose.

Eine Prognose für 2028 liegt bislang nicht vor. Auch die langfristigen finanziellen Zielsetzungen wurden im Zusammenhang mit der angekündigten Übernahme nicht angepasst.

Salesforce verstärkt Wettbewerb um KI-Marketing

Mit Braze würde Salesforce sein CRM-Angebot um zusätzliche Funktionen zur unmittelbaren Verarbeitung von Kundenverhalten erweitern. Damit könnte der Konzern Unternehmen umfassendere Möglichkeiten bieten, digitale Kundenbeziehungen kanalübergreifend zu steuern.

Der wirtschaftliche Erfolg hängt allerdings davon ab, wie sich die Technologien integrieren lassen und ob zusätzliche Umsätze entstehen. Auch die Weiterentwicklung der KI-Funktionen dürfte für die Wettbewerbsposition entscheidend sein.

Die geplante Milliardenübernahme unterstreicht die wachsende Bedeutung automatisierter Marketingplattformen. Salesforce setzt darauf, dass Unternehmen künftig verstärkt KI-Systeme einsetzen, die Kundeninformationen nicht nur auswerten, sondern daraus eigenständig passende Kommunikationsmaßnahmen ableiten.

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