Der Start des Tankrabatts hat an den Zapfsäulen zunächst nicht für die erwartete Entlastung gesorgt. Am Donnerstag stiegen die Preise für Benzin und Diesel in mehreren deutschen Großstädten gegen Mittag sprunghaft an. Teilweise lagen die Werte sogar über dem Niveau des Vortags, wie unter anderem BILD berichtet.
Preise steigen innerhalb einer halben Stunde stark
In Berlin kostete ein Liter Super E10 um 11.30 Uhr noch rund 2,01 Euro. Um 12 Uhr waren es bereits 2,26 Euro, bevor der Preis bis 13 Uhr wieder auf 2,20 Euro sank.
Ähnlich entwickelte sich Diesel. Der Literpreis stieg in Berlin von 2,16 Euro um 11.30 Uhr auf 2,41 Euro um 12 Uhr. Eine Stunde später lag er bei 2,35 Euro.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Auch andere Großstädte zeigen ähnliche Entwicklung
Der deutliche Preissprung war nicht auf Berlin beschränkt. In München verteuerte sich E10 zwischen 11.30 und 12 Uhr von 1,99 auf 2,25 Euro, in Leipzig von 1,98 auf 2,25 Euro.
Auch bei Diesel waren starke Ausschläge zu beobachten. In München stieg der Preis im gleichen Zeitraum von 2,19 auf 2,39 Euro, in Leipzig von 2,19 auf 2,40 Euro und in Bremen von 2,18 auf 2,39 Euro.
September war bereits teuerster Tankmonat
Die Entwicklung trifft Autofahrer nach einem ohnehin außergewöhnlich teuren September. Nach Angaben des ADAC kostete Super E10 im vergangenen Monat durchschnittlich 2,266 Euro je Liter und damit knapp zwölf Cent mehr als im August.
Diesel verteuerte sich im Monatsmittel um rund 16 Cent auf 2,386 Euro je Liter. Damit war der September bislang der teuerste Tankmonat. Den höchsten Tageswert erreichte Super E10 am 16. September mit 2,314 Euro, Diesel am 17. September mit 2,471 Euro.
ADAC sieht Rohölpreis nicht als alleinige Erklärung
Der ADAC weist darauf hin, dass die hohen Kraftstoffpreise nicht vollständig durch die Entwicklung der Rohölpreise erklärt werden können. Zwar seien die Ölpreise im September kontinuierlich gestiegen, der Vergleich mit früheren Monaten zeige jedoch auffällige Unterschiede.
So lag der Preis für ein Barrel Brent im April zeitweise deutlich über 100 US-Dollar. Trotzdem war Super E10 damals im Durchschnitt günstiger als im September. Neben Rohöl wirken sich zwar auch Raffinerie- und Vertriebskosten sowie Steuern auf die Preise aus, der aktuelle Abstand bleibt aus Sicht des ADAC dennoch nicht vollständig nachvollziehbar.
Entlastung an der Zapfsäule bleibt zunächst aus
Zum Start des Tankrabatts zeigt sich damit ein widersprüchliches Bild. Während die Maßnahme eigentlich zu niedrigeren Preisen führen soll, stiegen die Kraftstoffpreise zur Mittagszeit in mehreren Städten deutlich an.
Ob es sich dabei nur um kurzfristige Schwankungen handelt oder der Rabatt auch in den kommenden Tagen nur eingeschränkt bei den Verbrauchern ankommt, lässt sich anhand der ersten Stunden noch nicht beurteilen. Fest steht jedoch: Eine unmittelbar sichtbare Entlastung blieb zum Start zunächst aus.



