Nach intensiven Verhandlungen, mehreren Streikrunden und verspäteten Lieferungen haben sich die Deutsche Post und die Gewerkschaft ver.di auf einen neuen Tarifvertrag für rund 170.000 Tarifbeschäftigte geeinigt. Neben einer gestaffelten Lohnerhöhung gibt es auch mehr Urlaubstage für langjährige Mitarbeiter.
Kernpunkte des Tarifabschlusses
Der neue Tarifvertrag sieht eine Lohnerhöhung von insgesamt 5 % vor:
- Zum 1. April 2025 steigen die Gehälter um 2 %.
- Zum 1. April 2026 folgt eine weitere Erhöhung um 3 %.
Zusätzlich erhalten alle tarifgebundenen Beschäftigten einen zusätzlichen Urlaubstag. Wer bereits seit mindestens 16 Jahren im Unternehmen arbeitet, erhält einen weiteren freien Tag.
Die Einigung hat eine Laufzeit von 24 Monaten und kann frühestens zum 31. Dezember 2026 gekündigt werden.
Die Einigung bringt deutlich bessere Konditionen als das vorherige Angebot der Deutschen Post: Diese hatten in der dritten Verhandlungsrunde lediglich eine Lohnerhöhung von 1,8 Prozent ab Juli 2025 und weitere 2,0 Prozent ab Oktober 2026 vorgeschlagen. Auch die Urlaubsregelung wäre weniger vorteilhaft ausgefallen.
Ver.di-Verhandlungsführerin Andrea Kocsis betonte, dass dieser Abschluss nur durch den Druck und die hohe Streikbereitschaft der Beschäftigten möglich war. Mit einer Laufzeit von 24 Monaten bis Ende 2026 sei ein guter Kompromiss erzielt worden.
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Herausforderungen für die Deutsche Post
Die Einigung war für das Unternehmen mit erheblichen finanziellen Herausforderungen verbunden. Thomas Ogilvie, Konzernvorstand Personal, betonte die schwierige wirtschaftliche Lage:
„Angesichts der Geschäftsentwicklung bei Post & Paket Deutschland gab es kaum Spielraum für Lohnerhöhungen. Dennoch war es uns wichtig, eine Einigung zu erzielen.“
Die strukturellen Probleme des Unternehmens bleiben jedoch bestehen. Der Rückgang des Briefvolumens, steigende Kosten und regulatorische Hürden setzen die Deutsche Post unter Druck. Nikola Hagleitner, Vorständin von Post & Paket Deutschland, kündigte daher an, dass weitere Kostensenkungsmaßnahmen umgesetzt werden müssen, um die Investitionen in die Infrastruktur und Nachhaltigkeit des Unternehmensbereichs zu sichern.
Mit der Einigung sind vorerst auch die Warnstreiks beendet, sodass sich das Unternehmen wieder auf eine stabile Servicequalität konzentrieren kann.



