Die Gastronomie steht vor einem weiteren Jahr des Wandels. Die von Bidfood veröffentlichten „Food & Drink Trends 2026“, basierend auf Daten von CGA by NIQ, zeigen, wie emotionales Erleben, Qualität und Vielfalt die Konsumwelt verändern. Die Studie, die in Großbritannien durchgeführt wurde und gut auf andere europäische Märkte übertrag bar ist, zeigt fünf zentrale Trends und neue Chancen für Hersteller und Gastronomen.
Fernweh auf dem Teller
Die Lust auf kulinarische Entdeckungen bleibt ungebrochen. Statt auf klassische internationale Küche zu setzen, rücken in diesem Jahr authentische Hausmannskost aus Südamerika sowie Süd- und Ostasien in den Fokus. Gerichte wie venezolanische Arepas, kolumbianische Patacones oder peruanisches Ceviche treffen auf koreanisches Fried Chicken und malaysisches Laksa. Solche Gerichte sprechen gleich mehrere Bedürfnisse an: Über die Hälfte der Konsumenten suchen regelmäßig nach neuen Geschmackserlebnissen – bei Studierenden und Foodies liegt der Wert sogar bei über 60 Prozent. Die Exotik bleibt dabei zugänglich und inspirierend zugleich.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Toppings satt
Opulenz und Teilen stehen bei diesem Trend im Mittelpunkt: Ob beladene Pommes, überladene Burger oder fantasievoll verzierte Porridge-Bowls – visuell auffällige und geschmacklich überzeugende Gerichte mit vielen Toppings sind gefragt. Sie sprechen besonders die Social-Media-affine Zielgruppe an, die sich beim Essen gerne von Online-Trends inspirieren lässt. Knapp 41 Prozent der Gäste besuchen Lokale gezielt wegen solcher Food-Trends. Gastronomen, die auf kreative und individualisierbare Zutaten setzen, schaffen hier hohe Sichtbarkeit und Nachfrage.
Gesund heißt jetzt genussvoll
Gesundheitsbewusstsein bleibt zentral – doch der Fokus verschiebt sich. Statt Verzicht dominiert 2026 das Motto „Whole Lotta Goodness“: Vollwertige Gerichte mit Nüssen, Samen, Beeren, Avocados oder fettreichem Fisch stehen hoch im Kurs. Über zwei Drittel der Konsumenten geben an, regelmäßig gesund essen zu wollen, jedoch ohne das Gefühl des Verzichts. Menüs, die gesunde Inhalte mit Genussmomenten kombinieren, treffen damit den Nerv der Zeit.
Tees erleben ein Comeback
Im Zuge des Trends zu alkoholfreien Alternativen gewinnt Tee stark an Bedeutung – von Bubble Tea über Matcha bis hin zu sprudelnden Tee-Tonics. Der sogenannte „Zebra Striping“-Trend, also der Wechsel zwischen alkoholischen und alkoholfreien Getränken, spiegelt sich hier deutlich wider. Verbraucher schätzen die gesundheitlichen Vorteile (41 Prozent), die Erfrischung (38 Prozent) und das Gefühl von Genuss ohne Reue (34 Prozent). Für Anbieter bietet dieser Bereich ein hohes Maß an Innovationspotenzial und Marge.
Süße Weltreise
Desserts werden 2026 zur kreativen Spielwiese: Internationale Süßspeisen mit hohem visuellen Reiz wie Croffles aus Korea, Cloud Cakes aus Japan oder Brigadeiros aus Brasilien setzen Akzente. Sie vereinen Geschmack, Tradition und Emotionalität – und eignen sich hervorragend für social-media-taugliche Präsentationen. Auch hier gilt: Wer die Balance aus Vertrautem und Exotischem trifft, kann Erlebnisse schaffen, die im Gedächtnis bleiben.
Emotion schlägt Preis
Die vier übergeordneten Faktoren, die diese Trends prägen, sind Qualität, Erlebnis, Marke und Wert. Verbraucher achten zunehmend auf hochwertige Zutaten, gastfreundlichen Service und die Authentizität von Marken. Der Preis tritt dabei in den Hintergrund – entscheidend ist, dass das Angebot den persönlichen Werten entspricht.
James Ashurst von CGA by NIQ bringt es auf den Punkt: „Konsumenten suchen nicht nur nach Geschmack, sondern nach Erlebnissen, die zu ihrer Persönlichkeit passen. Wer das erkennt, kann die Gastronomie der Zukunft aktiv mitgestalten.“


