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TÜV entwickelt Zertifizierungen für Qualität und Sicherheit von KI

Mann und Symbolik zu künstlicher Intelligenz (KI)
Foto: Gerd Altmann / Pixabay

Key takeaways

➟ Unternehmen sollen die Sicherheit und Zuverlässigkeit ihrer KI-Systeme künftig unabhängig nachweisen können. Die TÜV-Organisationen testen dafür mit Pilotpartnern drei unterschiedliche Zertifizierungen, deren schrittweise Einführung für Ende 2026 vorgesehen ist.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Die TÜV-Organisationen entwickeln ein gemeinsames Rahmenprogramm zur unabhängigen Zertifizierung von KI-Systemen. Hersteller und Anbieter sollen damit gegenüber Kunden und Geschäftspartnern nachweisen können, dass ihre Anwendungen definierte Anforderungen an Qualität, Zuverlässigkeit und Sicherheit erfüllen.

Der Marktstart ist laut TÜV-Verband für Ende 2026 vorgesehen. Derzeit werden die Zertifizierungen gemeinsam mit Pilotpartnern unter realen Einsatzbedingungen getestet und auf Basis der gewonnenen Erfahrungen weiterentwickelt.

Vertrauen in KI bleibt begrenzt

Hintergrund ist die zunehmende Verbreitung von KI bei gleichzeitig bestehenden Vorbehalten gegenüber der Technologie. Laut einer Studie des TÜV-Verbands fürchten 79 Prozent der Bundesbürger unkalkulierbare Risiken durch Künstliche Intelligenz.

Auch unter den Nutzern entsprechender Anwendungen ist das Vertrauen begrenzt. Nur 53 Prozent gehen demnach davon aus, dass die Ergebnisse und Antworten von KI-Systemen korrekt sind. Unabhängige Prüfungen sollen Unternehmen deshalb einen nachvollziehbaren Qualitätsnachweis ermöglichen.

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Zertifizierung ergänzt regulatorische Vorgaben

KI kommt bereits in Produktionsprozessen, medizinischer Diagnostik, Fahrassistenzsystemen und Recruiting-Software zum Einsatz. Fehler können je nach Anwendung erhebliche Folgen haben. Hinzu kommen KI-spezifische Risiken wie systematische Benachteiligungen bestimmter Gruppen oder unzuverlässige Ergebnisse in unerwarteten Situationen.

Das TÜV-Rahmenprogramm soll mit den Anforderungen des europäischen AI Acts kompatibel sein. Die Zertifizierungen ergänzen den regulatorischen Rahmen um risikobasierte und technische Prüfungen und sollen Unternehmen zusätzliche Orientierung bei der Bewertung ihrer Systeme bieten.

Drei Zertifizierungen mit unterschiedlicher Prüftiefe

Vorgesehen sind drei Zertifizierungsstufen, die sich bei Umfang, Methodik und Prüftiefe unterscheiden. Die erste richtet sich an Systeme, die formal nicht als Hochrisiko-KI nach dem AI Act eingestuft sind, und untersucht grundlegende Qualitäts- und Sicherheitsanforderungen.

Die zweite Variante steht allen KI-Systemen offen. Sie beinhaltet eine strukturierte KI-spezifische Risikobewertung und prüft anhand der Dokumentation sowie vor Ort beim Hersteller, wie die Anforderungen umgesetzt werden.

Bei der dritten Zertifizierung kommen zusätzlich unabhängige technische Tests ausgewählter Systemeigenschaften hinzu. Dadurch sollen Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit vertieft bewertet werden können. Welche Prüfung eingesetzt wird, richtet sich nach Anwendungsfall und gewünschter Aussagekraft.

Pilotpartner testen Prüfverfahren in der Praxis

Das Rahmenprogramm entsteht in Zusammenarbeit zwischen TÜV-Verband, TÜV AI.Lab und den TÜV-Organisationen. Während der Verband das Projekt koordiniert, entwickelt das TÜV AI.Lab unter anderem die fachlichen Prüfanforderungen und Prüfkataloge. Experten der TÜV-Unternehmen bringen ihre Erfahrungen mit Zertifizierungen und der Bewertung von KI-Systemen ein.

Die laufende Pilotphase soll zeigen, wie sich Anforderungen und Prüfverfahren unter realen Bedingungen bewähren. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse fließen vor dem geplanten Marktstart Ende 2026 in die weitere Ausgestaltung der Zertifizierungen ein.

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