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Visa-Studie zeigt unterschiedliche KI-Strategien von Banken in Europa

Deutsche Bank Campus Nord in Frankfurt am Main
Foto: Vinicius Eloy Bailo / Pexels

Key takeaways

Eine neue Studie zeigt: Banken erwarten tiefgreifende Veränderungen durch KI. Während europäische Institute strategisch investieren, liegt der Fokus in Deutschland vor allem auf Kostensenkung und Effizienzsteigerung.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Künstliche Intelligenz wird das Privatkundengeschäft in Europa grundlegend verändern. Das zeigt eine aktuelle Visa-Umfrage unter 325 Bankentscheidern aus 17 europäischen Ländern. Demnach rechnen 86 Prozent der Befragten bis 2030 mit tiefgreifenden Veränderungen. Gleichzeitig erwarten 61 Prozent eine Verschiebung von Marktanteilen zugunsten der Institute, die frühzeitig in KI investieren.

Deutsche Banken setzen klar auf Kostensenkung

Während viele europäische Banken KI strategisch einsetzen, liegt der Fokus in Deutschland deutlich auf Effizienzsteigerungen. 77 Prozent der deutschen Bankmanager nennen Kostensenkung als zentrales Ziel und damit deutlich mehr als im europäischen Durchschnitt.

Andere Einsatzbereiche spielen eine geringere Rolle. Anwendungen zur Verbesserung des Kundenerlebnisses sowie zur Entwicklung neuer Geschäftsmodelle werden seltener priorisiert. Auch die Betrugsprävention hat in Deutschland einen geringeren Stellenwert als in anderen Märkten.

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Unterschiede zwischen europäischen Märkten

Die Nutzung von KI variiert stark zwischen den Ländern. Besonders nordische und italienische Banken setzen die Technologie bereits intensiv ein.

So nutzen in Italien fast alle Banken KI im Kundenservice, während der Anteil in Deutschland deutlich niedriger liegt. Noch größer sind die Unterschiede bei Anwendungen im Kredit- und Versicherungsbereich, wo nordische Banken deutlich weiter sind.

Hohe Verbreitung, aber unterschiedliche Reifegrade

Zwar geben mehr als 90 Prozent der europäischen Bankmanager:innen an, KI bereits in zentralen Geschäftsbereichen einzusetzen. Dennoch bestehen deutliche Unterschiede im Reifegrad und in der strategischen Nutzung.

Viele Institute befinden sich noch in einer frühen Phase, in der erste Projekte umgesetzt werden, ohne dass bereits ein klar messbarer wirtschaftlicher Nutzen entsteht.

Regulierung und IT-Strukturen bremsen Entwicklung

Als größte Herausforderungen nennen die Befragten regulatorische Anforderungen, Datenschutz und Sicherheitsaspekte. In Deutschland kommt zudem häufig eine veraltete IT-Infrastruktur hinzu, die den Einsatz datenintensiver Anwendungen erschwert.

Rund die Hälfte der Bankmanager:innen sieht in diesen technischen Altlasten eine zentrale Hürde für die weitere Skalierung von KI-Projekten.

Wirtschaftlicher Nutzen entscheidet über Wettbewerbsvorteile

Nach Einschätzung von Visa entstehen nachhaltige Wettbewerbsvorteile erst dann, wenn KI messbare Effekte erzielt – etwa durch bessere Kundenerlebnisse, höhere Autorisierungsraten oder geringere Betrugsquoten.

Die Studie macht deutlich, dass viele Banken noch am Anfang dieser Entwicklung stehen. Gleichzeitig zeigt der Vergleich innerhalb Europas, dass erhebliche Potenziale bestehen, insbesondere wenn KI über reine Effizienzsteigerungen hinaus strategisch eingesetzt wird.

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