Update 22.10.2025, 14:45 Uhr: Für Deutschland könnten doch noch erste Händler in diesem Jahr starten. Der Artikel wurde nach Eingang einer Mitteilung der Sparkassen-Finanzgruppe aktualisiert.
Wero, die europäische Payment-App der European Payments Initiative (EPI), wird möglicherweise doch noch nicht wie geplant in 2025 für den E-Commerce freigeschaltet. Ursprünglich sollte der Dienst schrittweise in Deutschland, Belgien und Frankreich starten – nun könnte der erste Rollout Berichten nach auf 2026 verschoben werden.
Testphase dauert länger als erwartet
Nach Informationen von Belgapress liegt in Belgien der Grund für die Verzögerung in der unvollständigen Implementierung einiger Partnerbanken. Die Organisation betont, man wolle vor dem Start im Handel die Qualität der Lösung sicherstellen und sämtliche Tests mit allen Beteiligten abschließen. Die E-Commerce-Funktion sei zwar technisch vorbereitet, jedoch müssten letzte Integrationen noch erfolgen.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Bereits starker Nutzerzuwachs im P2P-Bereich
Seit dem Start im Sommer 2024 wird Wero bereits erfolgreich für Peer-to-Peer-Zahlungen in Deutschland, Frankreich und Belgien genutzt. Inzwischen greifen laut EPI über 43,5 Millionen Nutzer auf den Dienst zurück, mehr als 100 Millionen Transaktionen wurden durchgeführt. Allein in Deutschland nutzen zwei Millionen Menschen die App regelmäßig, das gesamte Transaktionsvolumen im ersten Jahr lag bei über 7,5 Milliarden Euro.
Startet in Deutschland (doch) noch der erste Händler dieses Jahr?
Wero lockt Händler mit einem attraktiven Gebührenmodell, das deutlich unter dem des Konkurrenten PayPal liegt. Für den Start im E-Commerce in Deutschland hatte EPI ursprünglich Kooperationen unter anderem MediaMarkt, Rossmann und Otto in Aussicht gestellt, musste dann aber kommunikativ etwas zurückrudern, da zum Teil offenbar doch noch keine festen Verträge geschlossen wurden.
Offizielle Kooperationen mit Händlern in Deutschland wurden seitdem bislang noch nicht bekanntgegeben. Ein Sprecher der Sparkassen-Finanzgruppe teilte jedoch heute gegenüber RETAIL-NEWS mit, dass „namhafte Händler“ in Kürze Ihre Zusammenarbeit verkünden und zum Teil doch noch dieses Jahr starten werden. Darüber hinaus seien „Funktionalitäten erfolgreich ausgerollt und technisch stabil“.
Langfristige Ambitionen: Europäische Unabhängigkeit
Mit Wero will Europa eine eigene Antwort auf die dominierenden US-Zahlungsdienste wie Visa, Mastercard und PayPal etablieren. Neben geringeren Transaktionsgebühren für Händler soll die Lösung eine Konto-zu-Konto-Abwicklung bieten, ohne Zwischenhändler. Perspektivisch sollen auch Abo-Modelle, Kundenbindungsprogramme und nutzungsbasierte Abrechnungen integriert werden. Für 2026 ist die Ausweitung auf Luxemburg und die Niederlande geplant – unter anderem durch die Integration des dort etablierten Bezahldienstes iDEAL.


