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WTO hebt Welthandelsprognose für 2026 auf 3,9 Prozent an

Symbolik fuer globale Wirtschaft
Foto: Depositphotos

Key takeaways

➟ Investitionen in künstliche Intelligenz und Lieferketten stabilisieren den internationalen Warenverkehr. Die WHO erwartet deutlich höhere Zuwächse als bisher, während regionale Unterschiede weiterhin erheblich bleiben.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Die Welthandelsorganisation (WTO) erwartet für 2026 ein deutlich stärkeres Wachstum des internationalen Warenhandels als bislang prognostiziert. Nach dem gestern veröffentlichten Bericht „Global Trade Outlook and Statistics“ soll das weltweite Handelsvolumen um 3,9 Prozent steigen. Im März hatte die WTO lediglich 1,9 Prozent erwartet.

Für 2027 rechnen die Ökonomen mit einem weiteren Anstieg um 4,1 Prozent. Wesentliche Impulse kommen von Investitionen in künstliche Intelligenz und widerstandsfähigen Lieferketten. Gleichzeitig belastet der Nahostkonflikt insbesondere den internationalen Dienstleistungshandel.

KI-Produkte treiben fast die Hälfte des Handelswachstums

Im ersten Halbjahr 2026 legte das weltweite Warenhandelsvolumen um 3,5 Prozent zu. Besonders dynamisch entwickelte sich der Handel mit Halbleitern, Servern und weiteren Produkten für KI-Infrastrukturen.

Nach WTO-Angaben wuchs der Handel mit diesen Gütern gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 67 Prozent. Damit entfielen 47 Prozent des gesamten weltweiten Warenhandelswachstums auf KI-bezogene Produkte.

Die weltweiten Investitionen in KI-Infrastruktur dürften 2026 um mindestens 30 Prozent steigen. Für 2027 wird ein weiterer Zuwachs der entsprechenden Investitionsausgaben um zehn bis 20 Prozent erwartet.

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Lieferketten gleichen Störungen im Nahen Osten aus

Trotz erheblicher Einschränkungen bei Energieexporten erwies sich der Welthandel als anpassungsfähig. Im ersten Halbjahr gingen die Rohölausfuhren aus dem Nahen Osten um rund 24 Prozent zurück, die Flüssiggasexporte sogar um 47 Prozent.

Zusätzliche Lieferungen anderer Anbieter begrenzten den weltweiten Exportrückgang jedoch auf etwa sechs Prozent bei Rohöl und ein Prozent bei Flüssiggas. Auch bei Düngemitteln konnten alternative Bezugsquellen einen Teil der Ausfälle kompensieren.

Transportströme wurden auf andere Häfen und Handelsrouten verlagert. Der globale Containerumschlag lag bis Juli 3,9 Prozent über dem entsprechenden Vorjahreszeitraum.

Asien wächst kräftig, Europas Warenexporte stagnieren

Regional erwartet die WTO erhebliche Unterschiede. Asiens Warenexporte sollen 2026 um 9,9 Prozent wachsen. Für Nordamerika werden 5,7 Prozent und für Afrika 5,6 Prozent prognostiziert.

Europa dürfte dagegen einen leichten Exportrückgang von 0,1 Prozent verzeichnen. Besonders stark trifft der Nahostkonflikt die unmittelbar betroffene Region, deren Warenausfuhren voraussichtlich um 17,2 Prozent sinken.

Bei den Importen führt ebenfalls Asien mit einem erwarteten Plus von 9,5 Prozent. Für Europa prognostiziert die WTO lediglich 0,5 Prozent Wachstum.

Dienstleistungshandel verliert an Dynamik

Anders als beim Warenhandel hat die WTO ihre Prognose für kommerzielle Dienstleistungen gesenkt. Das weltweite Handelsvolumen soll 2026 nur noch um 3,3 Prozent wachsen, nachdem zuvor 4,8 Prozent erwartet worden waren. Für 2027 liegt die Prognose bei 6,4 Prozent.

Insbesondere Transport und Tourismus leiden unter höheren Energiekosten und eingeschränkten Verkehrsverbindungen. Die internationalen Touristenzahlen gingen im zweiten Quartal um 0,8 Prozent zurück.

Digitale Dienstleistungen entwickeln sich dagegen robuster. Die Exporte von Computerdienstleistungen stiegen im ersten Quartal um 18 Prozent und im zweiten Quartal schätzungsweise um zwölf Prozent.

Europa dürfte mit einem Wachstum seiner Dienstleistungsexporte von 4,6 Prozent mehr als die Hälfte des weltweiten Zuwachses in diesem Bereich beitragen.

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