Lesen bleibt für viele Menschen in Deutschland ein fester Bestandteil der Freizeit. Nach aktuellen YouGov-Daten kauften im ersten Halbjahr 2026 rund 20,8 Millionen Menschen Bücher. Gleichzeitig verändern sich die Wege, über die Leser auf neue Titel aufmerksam werden: Persönliche Empfehlungen und Buchhandlungen bleiben wichtig, doch Social Media und zunehmend auch KI-Tools gewinnen besonders bei jüngeren Zielgruppen an Bedeutung.
Empfehlungen bleiben wichtigste Inspirationsquelle
42 Prozent der Befragten entdecken neue Bücher über Empfehlungen von Freunden, Familie oder Bekannten. Fast ebenso relevant ist das klassische Stöbern in Buchhandlungen mit 39 Prozent.
Online-Shops spielen für 26 Prozent eine Rolle bei der Suche nach neuen Titeln. Damit bleiben persönliche Kontakte und stationärer Handel zentrale Orientierungspunkte im Buchmarkt.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Social Media ist für die Gen Z besonders wichtig
Bereits 25 Prozent der Deutschen nennen Plattformen wie Instagram, TikTok oder Facebook als Quelle für Buchentdeckungen. In der Generation Z liegt dieser Anteil mit 46 Prozent deutlich höher.
Auch wirtschaftlich gewinnt der Kanal an Relevanz. Nach Angaben von YouGov Shopper wurden 2025 bereits 7 Prozent des Buchumsatzes durch Social Media angestoßen. Die Plattformen konkurrieren damit einerseits um Freizeit, entwickeln sich andererseits aber zunehmend zu einem Vertriebsauslöser.
KI wird zur neuen Quelle für Buchempfehlungen
Noch kleiner, aber ebenfalls wachsend ist die Bedeutung künstlicher Intelligenz. 6 Prozent der Deutschen nutzen bereits Anwendungen wie ChatGPT oder Copilot, um nach Buchempfehlungen zu suchen.
Bei der Generation Z erreicht dieser Anteil 20 Prozent. Von denjenigen, die KI für Empfehlungen einsetzen, haben 80 Prozent innerhalb der vergangenen zwölf Monate mindestens zweimal auf solche Vorschläge zurückgegriffen.
Bücher bleiben fester Bestandteil der Freizeit
51 Prozent der Bevölkerung ab zehn Jahren stimmen der Aussage zu, dass Bücherlesen fest zu ihrer Freizeitgestaltung gehört. Im ersten Halbjahr 2026 kamen die Buchkäufer im Durchschnitt auf 7,2 erworbene Bücher.
Bei den 10- bis 19-Jährigen fällt die Bindung etwas schwächer aus. In dieser Altersgruppe bezeichnen 44 Prozent das Lesen als festen Teil ihrer Freizeit.
Eltern messen Lesen weiterhin hohe Bedeutung bei
Unter Eltern mit minderjährigen Kindern halten 91 Prozent das Bücherlesen für ihre Kinder für wichtig oder sehr wichtig. 77 Prozent der Eltern mit Schulkindern berichten, dass diese mindestens mehrmals pro Monat außerhalb der Schule lesen.
Auch das Vorlesen bleibt verbreitet. 82 Prozent der Eltern geben an, ihren Kindern vor dem selbstständigen Lesen täglich oder mehrmals pro Woche vorgelesen zu haben.




