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B2B: Zahlungsziele steigen trotz rückläufiger Verzugsdauer

Mehrere Euroscheine bei einer Geldübergabe bei einer Bank
Foto: Pixabay

Key takeaways

Laut Creditreform ist die durchschnittliche Verzugsdauer bei B2B-Rechnungen 2025 deutlich gesunken. Gleichzeitig stiegen jedoch die Zahlungsziele, besonders für Großunternehmen. Die Rechnungsvolumina schrumpfen weiter, was auf geringe Investitionsbereitschaft hindeutet. Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen erreichte zudem den höchsten Stand seit über zehn Jahren.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Im zweiten Halbjahr 2025 haben sich die Zahlungsgewohnheiten deutscher Unternehmen leicht verbessert. Die durchschnittliche Verzugsdauer bei B2B-Rechnungen ist laut der aktuellen Erhebung der Creditreform Wirtschaftsforschung auf 7,5 Tage gesunken – ein deutlicher Rückgang im Vergleich zu 2022, als überfällige Zahlungen durchschnittlich knapp elf Tage verspätet eintrafen. Ursache hierfür ist das verschärfte Forderungsmanagement vieler Lieferanten und Kreditgeber, die angesichts der Konjunkturflaute und zunehmender Insolvenzen Zahlungsausfälle vermeiden wollen.

Längere Zahlungsziele für Großunternehmen

Trotz des Rückgangs beim Zahlungsverzug verlängerten viele Unternehmen die Zahlungsziele. Im zweiten Halbjahr 2025 lag die durchschnittliche Zahlungsfrist bei 32,13 Tagen – so lang wie seit über sieben Jahren nicht mehr. Insbesondere Großunternehmen profitierten von dieser Entwicklung, während kleine und mittlere Betriebe teils sogar kürzere Fristen akzeptieren mussten.

In der Folge blieb die gesamte Forderungslaufzeit – bestehend aus Zahlungsziel und tatsächlichem Verzug – mit 39,63 Tagen im Vergleich zum Vorjahr konstant. Obwohl eine echte Beschleunigung der Zahlungsvorgänge ausblieb, lag die Außenstandsdauer dennoch unter dem Niveau früherer Jahre – primär wegen der verkürzten Verzugszeiten.

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Rückgang bei Rechnungsbeträgen und Großtransaktionen

Der durchschnittliche Wert verspätet bezahlter Rechnungen fiel auf 1.838 Euro – der niedrigste Stand seit zehn Jahren. Noch 2022 lag der Betrag bei rund 2.200 Euro. Besonders betroffen sind die Metall- und Elektrobranche sowie der Großhandel. Auch bei großen Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern sank der durchschnittliche Transaktionswert merklich – auf 2.843 Euro nach 3.206 Euro im Vorjahr.

Creditreform-Analyst Patrik-Ludwig Hantzsch sieht darin ein klares Zeichen für eine anhaltend schwache Investitionstätigkeit der Wirtschaft. Die sinkenden Rechnungsvolumina deuten darauf hin, dass größere Geschäftsabschlüsse deutlich seltener werden.

Insolvenzrisiken und Klumpenfallen

2025 erreichten die Unternehmensinsolvenzen den höchsten Stand seit über einem Jahrzehnt. In Reaktion darauf meldeten Lieferanten insgesamt weniger überfällige Rechnungen – durchschnittlich zehn pro Schuldner im zweiten Halbjahr 2025, nach elf im Jahr zuvor.

Creditreform rät Kreditgebern und Zulieferern zur Vorsicht: Gerade große Firmeninsolvenzen nehmen zu, das Risiko einzelner Zahlungsausfälle steigt. Eine zu starke Abhängigkeit von einzelnen Kunden – sogenannte Klumpenrisiken – könne sich in der aktuellen Wirtschaftslage schnell als fatal erweisen.

Für die Analyse wurden rund 3,8 Millionen Rechnungsbelege aus dem Creditreform Debitorenregister ausgewertet.

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