Die Beschäftigten im Bereich Post-, Kurier- und Expressdienste (KEP) sind gesundheitlich stark belastet. Laut aktuellen Daten der AOK Rheinland/Hamburg, über den Eurotransport berichtet, erreichte der Krankenstand in dieser Berufsgruppe im Jahr 2024 mit 7,69 Prozent einen neuen Höchstwert. Besonders häufig betroffen sind Muskel- und Skeletterkrankungen – und das trotz eines vergleichsweise jungen Durchschnittsalters von 38,2 Jahren in der Branche.
Paketflut treibt Belastung in die Höhe
Gründe für die zunehmenden Krankmeldungen liegen, ähnlich wie laut den Daten der Barmer-Krankenkasse, in der wachsenden Paketmenge und der damit einhergehenden körperlichen Belastung. Der Onlinehandel verzeichnet laut Handelsverband Deutschland (HDE) für das Jahr 2025 einen neuen Umsatzrekord von 92,4 Milliarden Euro. Damit steigen Stopps, Paketvolumen und die physische Beanspruchung der Zusteller. Zwar existieren technische Entlastungen wie Exoskelette, ihr Einsatz bleibt bisher aber die Ausnahme.
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Körperliche Arbeit unter Zeitdruck
Das Institut für Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF-Institut) sieht vor allem die Kombination aus körperlicher Arbeit und psychischem Druck als problematisch. Geschäftsführer Michael Wenninghoff nennt typische Belastungen: schweres Heben, Zwangshaltungen, Treppensteigen, Zeitdruck, dichter Verkehr und große Zustellbezirke. Diese Faktoren führten langfristig zu einem erhöhten Erkrankungsrisiko.
Prävention als Lösungsansatz
Das BGF-Institut unterstützt Unternehmen mit Maßnahmen zur Gesundheitsförderung. Dazu gehören ergonomische Risikoanalysen, Präventionsprogramme für belastende Tätigkeiten, psychische Gefährdungsbeurteilungen sowie Schulungen zum rückenschonenden Arbeiten. Auch Konzepte zur besseren Touren- und Pausenplanung sind Teil der Strategie, um den hohen Krankenstand nachhaltig zu senken.



