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Serie von Cyberattacken trifft europäische Händler – Zusammenhang unklar

Hacker und Programmiercode als Symbol fuer Cyber Crime
Foto: depositphotos.com

Key takeaways

Mehrere europäische Händler melden nahezu zeitgleich schwere Sicherheitsvorfälle. Die Angriffe treffen Logistikprozesse, Kundendaten und interne Systeme und verdeutlichen, wie konsequent Unternehmen externe Partner in ihre Cybersecurity-Strategien einbeziehen müssen.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Eine Welle von Cyberangriffen auf europäische Handelsunternehmen verdeutlicht die zunehmenden Risiken digital vernetzter Lieferketten. Neben dem niederländischen Warenhaus De Bijenkorf meldeten zuletzt auch Intermarché in Frankreich sowie die polnische Convenience-Kette Żabka Sicherheitsvorfälle. Die Fälle zeigen, wie anfällig der Einzelhandel für Angriffe auf externe Dienstleister und digitale Infrastrukturen ist.

De Bijenkorf mit massiven Logistikproblemen

Bei De Bijenkorf führte ein Cyberangriff auf einen externen Logistikpartner zu erheblichen Störungen in der operativen Abwicklung. Insbesondere Online-Bestellungen, Retouren und Rückerstattungen sind betroffen. Die Verkaufsplattformen bleiben zwar funktionsfähig, doch die Logistikprobleme zeigen, wie stark Händler von ihren Partnern abhängig sind.

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Intermarché: Kundendaten kompromittiert

Wie heute die Lebensmitteilzeitung (LZ) berichtet, war auch der französische Handelskonzern Intermarché Ziel eines Cyberangriffs. Betroffen sind rund 300.000 Nutzer des Click-&-Collect-Services „Intermarché Drive“. Nach Unternehmensangaben konnten Angreifer auf personenbezogene Daten wie Namen, E-Mail-Adressen und Kontaktdaten zugreifen. Zahlungsdaten und Passwörter sollen nicht betroffen sein.

Das Unternehmen hat die zuständigen Datenschutzbehörden informiert und empfiehlt betroffenen Kunden erhöhte Vorsicht gegenüber Phishing-Versuchen und betrügerischen Nachrichten.

Żabka: Angriff über externen Zugang

Auch beim polnischen Händler Żabka erfolgte laut LZ der Angriff über das kompromittierte Benutzerkonto eines externen Dienstleisters. Die Angreifer konnten so Zugriff auf interne Systeme erlangen, ohne die zentrale IT-Infrastruktur direkt zu attackieren.

Nach aktuellem Stand blieben Filialbetrieb, Zahlungssysteme und die Kunden-App funktionsfähig. Auch Kundentransaktionsdaten sollen nicht betroffen sein. Dennoch kursieren im Cybercrime-Umfeld Hinweise auf mögliche Datenlecks mit internen Dokumenten.

Supply-Chain-Angriffe nehmen zu

Die Vorfälle, deren Zusammenhang unklar aber möglich erscheint, verdeutlichen einen klaren Trend: Cyberkriminelle zielen zunehmend auf die Lieferketten von Handelsunternehmen. Angriffe auf externe Dienstleister ermöglichen es, Sicherheitsmechanismen zu umgehen und Zugang zu sensiblen Systemen zu erhalten.

Diese sogenannten Supply-Chain-Angriffe sind besonders gefährlich, da sie oft erst spät erkannt werden und weitreichende operative Auswirkungen haben können – selbst wenn die Kernsysteme der Händler nicht direkt betroffen sind.

Wachsende Bedrohung für den digitalisierten Handel

Mit der zunehmenden Digitalisierung steigen auch die Risiken für den Einzelhandel. Vernetzte Systeme, externe Partner und datengetriebene Geschäftsmodelle erhöhen die Angriffsfläche für Cyberkriminelle erheblich.

Die aktuellen Fälle zeigen, dass Cybersecurity längst zu einem zentralen Faktor für die Stabilität von Geschäftsprozessen geworden ist. Händler sind zunehmend gefordert, nicht nur ihre eigene IT-Infrastruktur zu schützen, sondern auch die Sicherheit ihrer gesamten Lieferkette zu überwachen und abzusichern.

Die Angriffswelle unterstreicht damit die Notwendigkeit umfassender Sicherheitsstrategien im europäischen Handel – von der Prävention über die Überwachung bis hin zur schnellen Reaktion auf Vorfälle.

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