Die Fielmann-Gruppe hat ihre vorläufigen Zahlen bestätigt und den Wachstumskurs im ersten Halbjahr 2026 trotz eines weiterhin schwierigen Konsumumfelds fortgesetzt. Während sich das Geschäft in Deutschland nur verhalten entwickelte, sorgten vor allem die internationalen Märkte für zusätzliche Dynamik. Gleichzeitig steigerte der Augenoptik- und Hörakustikkonzern Umsatz und Gewinn, hielt seine Profitabilität auf hohem Niveau und beschleunigte den Ausbau seines Filialnetzes deutlich.
Umsatz und Ergebnis entwickeln sich weiter positiv
Im ersten Halbjahr erhöhte sich der Konzernumsatz laut Halbjahresbericht um 1,8 Prozent auf knapp 1,25 Milliarden Euro. Bereinigt um Wechselkurseffekte lag das Wachstum bei 2,3 Prozent. Das EBITDA stieg auf 292 Millionen Euro, bereinigt um Sonder- und Einmaleffekte auf knapp 296 Millionen Euro. Die bereinigte EBITDA-Marge blieb mit 23,7 Prozent nahezu auf Vorjahresniveau.
Auch unter dem Strich entwickelte sich das Geschäft positiv. Der Periodenüberschuss stieg auf 112,4 Millionen Euro, während sich der den Aktionären zurechenbare Gewinn auf 111,5 Millionen Euro erhöhte. Das Ergebnis je Aktie verbesserte sich von 1,28 auf 1,33 Euro. Auffällig blieb allerdings die Kostenentwicklung: Sinkenden Material- und sonstigen betrieblichen Aufwendungen stand ein um 4,7 Prozent gestiegener Personalaufwand gegenüber.
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Auslandsgeschäft gleicht schwache Entwicklung in Deutschland aus
Die größten Wachstumsimpulse kamen erneut aus dem Ausland. Während der deutsche Heimatmarkt lediglich um 0,8 Prozent zulegte und auch Österreich nur leicht wuchs, entwickelte sich insbesondere Spanien deutlich dynamischer. Dort stieg der Umsatz im ersten Halbjahr um 7,4 Prozent, wobei sich das Wachstum im zweiten Quartal nochmals beschleunigte.
Auch die übrigen internationalen Märkte entwickelten sich erfreulich. Währungsbereinigt legten sie um mehr als elf Prozent zu. Zusätzliche Impulse lieferte die zum Jahresbeginn übernommene Optikerkette in Luxemburg. In den USA setzte Fielmann den Umbau seines Geschäfts ebenfalls fort und erzielte ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum von 3,3 Prozent, das sich im zweiten Quartal weiter beschleunigte. Die umfangreichen Investitionen in die Transformation des US-Geschäfts belasteten allerdings vorübergehend die Profitabilität in Nordamerika. Auf Konzernebene konnte Fielmann diesen Effekt durch Kostendisziplin und eine verbesserte Bruttomarge weitgehend kompensieren.
Filialnetz wächst deutlich schneller als im Vorjahr
Parallel zum Umsatzwachstum beschleunigte Fielmann seine Expansion erheblich. Ende Juni verfügte der Konzern über 1.299 Niederlassungen und damit deutlich mehr Standorte als ein Jahr zuvor. Auch das Hörakustiknetz wurde weiter ausgebaut und umfasst inzwischen 475 Fachgeschäfte.
Allein im ersten Halbjahr eröffnete das Unternehmen 37 neue Niederlassungen. Weitere 33 Standorte sollen bis Jahresende hinzukommen. Damit plant Fielmann für das Gesamtjahr 2026 insgesamt 70 Neueröffnungen und würde das Expansionstempo gegenüber dem Vorjahr mehr als verdreifachen. Ein wichtiger Bestandteil dieser Internationalisierung war zudem die Übernahme mehrerer Gesellschaften im luxemburgischen Augenoptik- und Hörakustikmarkt, für die Fielmann rund 38,5 Millionen Euro investierte.
Investitionen belasten den Cashflow
Der beschleunigte Ausbau des Geschäfts spiegelte sich auch in der Finanzierungsrechnung wider. Der operative Cashflow verringerte sich gegenüber dem Vorjahr, während der Free Cashflow deutlich zurückging. Ursache waren vor allem höhere Vorräte, gestiegene Forderungen sowie zusätzliche Investitionen in neue Standorte und die Übernahme in Luxemburg.
Trotz der höheren Investitionen präsentiert sich die Bilanz weiterhin solide. Das Eigenkapital legte zweistellig zu und verbesserte die Eigenkapitalquote auf 42,8 Prozent. Gleichzeitig reduzierte sich die Nettoverschuldung leicht, wodurch sich auch die Verschuldungskennzahl weiter verbesserte.
Hörakustik bleibt wichtiger Wachstumstreiber
Innerhalb des Sortiments entwickelte sich das Hörakustikgeschäft erneut überdurchschnittlich. Während Brillengläser und Fassungen weiterhin den größten Umsatzanteil ausmachen, erzielte die Hörakustik ein deutlich höheres Wachstum als das klassische Brillengeschäft. Auch Sonnenbrillen entwickelten sich positiv, während die Erlöse mit Kontaktlinsen zurückgingen. Zusätzlich konnten die Umsätze im Bereich Augenvorsorge weiter gesteigert werden.
Für die zweite Jahreshälfte erwartet das Management wie bereits letzte Woche angekündigt eine höhere Wachstumsdynamik. Neue Standorte, zusätzliche Beratungskapazitäten und weitere Investitionen in die internationale Expansion sollen das Geschäft weiter beleben. Die im August angehobene Jahresprognose bestätigte das Unternehmen und rechnet weiterhin mit einem Konzernumsatz zwischen 2,50 und 2,55 Milliarden Euro sowie einer bereinigten EBITDA-Marge von 22 bis 23 Prozent.





