Die traditionelle Vorstellung vom gemeinsamen Abendessen am Tisch verliert an Bedeutung. Laut einer neuen weltweiten Studie von IKEA isst nur noch rund jeder Zweite am Küchentisch. Stattdessen verlagert sich das Essen zunehmend auf Sofas, in Betten oder sogar in stehender Haltung in der Küche. Besonders ausgeprägt zeigt sich dieser Trend im Vereinigten Königreich, wo fast jeder Zweite (48 %) auf dem Sofa speist. Global betrachtet tun dies immerhin 18 %.
Mahlzeiten zwischen Bildschirmen und Zeitmangel
Ein zentrales Ergebnis der Studie mit über 31.000 Teilnehmenden aus 31 Ländern: Nur 7 % leben in Haushalten mit gerätefreien Zonen am Esstisch. Stattdessen schauen 54 % beim Alleinessen fern, 40 % sogar in Gesellschaft anderer. Besonders unter jungen Menschen herrscht Zeitmangel: 38 % der Gen Z und 33 % der Millennials nennen fehlende Zeit als größte Hürde beim Kochen unter der Woche.
Dabei ist der Wunsch nach Verbindung durch Essen weiterhin stark: 60 % geben an, dass gemeinsames Essen für sie wichtig sei. IKEA reagiert darauf mit dem erklärten Ziel, das Kochen und Essen stärker in den Fokus zu rücken und Räume für echte Begegnungen zu schaffen.
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Küchen unter Druck – Platzmangel als Dauerthema
Fast die Hälfte aller Befragten äußert Unzufriedenheit mit ihrer Küchensituation. Am häufigsten werden fehlende Arbeitsflächen und Stauraum genannt (jeweils 25 %). Besonders betroffen sind Haushalte in Städten, mit Kindern oder jüngere Menschen. In asiatischen Märkten fühlen sich sogar 53 % vom Platzmangel eingeschränkt.
Auch das Abendessen selbst ist im Wandel: Im Durchschnitt beginnt es weltweit um 18:44 Uhr, in Spanien erst nach 20 Uhr. Während die durchschnittliche Dauer unter 30 Minuten liegt, essen Geringverdiener oft in unter 10 Minuten – doppelt so schnell wie Menschen mit höherem Einkommen.
Weitere Erkenntnisse aus der Studie
Unter den Top-Ergebnissen sticht hervor, dass Deutsche besonders bereit sind, abgelaufene Lebensmittel zu essen (55 %) – vermutlich aus Nachhaltigkeitsgründen. Der Appetit auf scharfes Essen nimmt vor allem in Skandinavien zu, während Süßes vor allem in China beliebt bleibt (64 %).
Die Studie wurde von YouGov im Auftrag von IKEA durchgeführt. Die Daten wurden im Spätsommer 2025 erhoben und Anfang 2026 in einem Bericht veröffentlicht.


