Künstliche Intelligenz übernimmt für viele Menschen zunehmend die Rolle eines persönlichen Ratgebers. Laut einer repräsentativen Umfrage von Ipsos und der Beruflichen Schule für Medien und Kommunikation Hamburg (BMK) nutzt mittlerweile mehr als die Hälfte der Deutschen KI-Chatbots für private Fragestellungen. Besonders bei jüngeren Erwachsenen gewinnen die digitalen Assistenten an Bedeutung – bis hin zu einer emotionalen Bindung.
KI wird für persönliche Themen genutzt
57 Prozent der Bundesbürger geben an, Chatbots für persönliche Anliegen einzusetzen. Dazu zählen zwischenmenschliche Konflikte, Entscheidungsfragen oder Beratungen im privaten Umfeld. In der Altersgruppe der 18- bis 34-Jährigen liegt der Anteil mit 84 Prozent deutlich höher.
Rund ein Drittel der Nutzer fühlt sich dabei wohl, persönliche Informationen mit einer KI zu teilen. Jeder vierte Anwender gibt sogar an, sich von einem Chatbot besser verstanden zu fühlen als von anderen Menschen. Für 21 Prozent haben KI-Bots inzwischen einen ähnlichen Stellenwert wie enge Freunde.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Gesundheit und Finanzen gehören zu den wichtigsten Einsatzfeldern
Vor allem als praktischer Alltagshelfer genießt KI großes Vertrauen. Mehr als die Hälfte der Nutzer betrachtet Chatbots als hilfreiche Ratgeber, während fast jeder Zweite sie als kostengünstige Alternative zu klassischen Beratungsangeboten sieht.
Am häufigsten werden KI-Systeme zu Fragen der körperlichen Gesundheit konsultiert. Ebenfalls häufig geht es um rechtliche Themen, Ernährung, Finanzen sowie mentale Gesundheit. Besonders jüngere Nutzer greifen bei Finanz- und Gesundheitsthemen regelmäßig auf KI-Unterstützung zurück.
Vertrauen und Skepsis bestehen nebeneinander
Trotz der hohen Akzeptanz bleibt das Verhältnis zur Künstlichen Intelligenz ambivalent. Viele Nutzer sorgen sich, dass der zunehmende Einsatz von Chatbots menschliche Beziehungen verdrängen könnte. Ebenso verbreitet sind Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes und der Verarbeitung persönlicher Informationen.
Ein Teil der Befragten befürchtet außerdem, durch die intensive Nutzung von KI an eigenständigem Denkvermögen zu verlieren. Gleichzeitig überprüfen die meisten Anwender die Antworten der Chatbots regelmäßig – häufig mithilfe zusätzlicher Internetrecherchen.
Jüngere und Männer zeigen größere Offenheit
Die Ergebnisse zeigen deutliche Unterschiede zwischen den Nutzergruppen. Vor allem jüngere Erwachsene bauen häufiger Vertrauen zu KI-Systemen auf und nutzen diese intensiver für persönliche Fragestellungen. Auch männliche Nutzer berichten häufiger von einer stärkeren emotionalen Bindung und einem höheren Vertrauen in Chatbots als Frauen.
KI etabliert sich als digitaler Gesprächspartner
Die ergänzend erhobenen offenen Nutzermeinungen verdeutlichen, dass viele Menschen KI inzwischen nicht nur als Informationsquelle, sondern auch als Gesprächspartner wahrnehmen. Einige Befragte berichten von Trost, Unterstützung oder hilfreichen Gesprächen in schwierigen Situationen. Gleichzeitig unterstreichen die Studienergebnisse, dass das Vertrauen in KI weiterhin von Datenschutzbedenken und dem Wunsch nach menschlicher Interaktion begleitet wird.





