Der italienische Luxusmodehändler LuisaViaRoma, der Mitte 2025 einen Insolvenzschutz beantragt hatte, steht vor einem tiefgreifenden Einschnitt: Ein Gericht in Florenz hat dem Antrag auf ein vereinfachtes Vergleichsverfahren zur Liquidation zugestimmt. Damit verschärft sich die wirtschaftliche Lage des Unternehmens deutlich.
Gericht stimmt Liquidationsverfahren zu
Mit der Entscheidung des zuständigen Gerichts erhält LuisaViaRoma die Möglichkeit, ein vereinfachtes Verfahren zur Abwicklung einzuleiten. Gleichzeitig arbeitet das Unternehmen nach eigenen Angaben an einem Sanierungsplan, der beim nächsten Treffen mit Behörden und Stakeholdern vorgestellt werden soll.
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Kurzarbeit und mögliche Schließung im Raum
CEO Tommaso Andorlini kündigte laut der italienischen La Nazione im Rahmen einer Krisensitzung an, dass Kurzarbeit aufgrund einer möglichen Betriebsschließung beantragt werden könnte. Ziel sei es, die Marke zu erhalten und die Geschäftstätigkeit perspektivisch in angepasster Form fortzuführen.
Gewerkschaften üben scharfe Kritik
Die Gewerkschaft FILCAMS kritisiert das Vorgehen des Unternehmens deutlich. Es gebe bislang keine verbindlichen Zusagen zum Erhalt der Arbeitsplätze. Zudem befürchten Arbeitnehmervertreter, dass ein Neustart mit deutlich reduzierter Belegschaft erfolgen könnte. Bereits Ende März hatten Beschäftigte mit einem Streik auf die Situation aufmerksam gemacht.
Bedeutung für Region und Zulieferer
Die wirtschaftliche Bedeutung von LuisaViaRoma für die Region Florenz ist erheblich. Neben den direkt Beschäftigten sind auch zahlreiche Zulieferbetriebe betroffen. Vertreter der Regionalregierung betonten die hohe Qualifikation der Belegschaft und unterstrichen die Bedeutung des Unternehmens als Teil der lokalen Wirtschaftsgeschichte.
Suche nach Investoren und Lösungen
Bis Mitte April sollen konkrete Fortschritte erzielt werden. Bei einem geplanten Treffen werden neben Behörden auch potenzielle Investoren erwartet. Ziel ist es, eine Lösung zu finden, die sowohl den Fortbestand der Marke als auch möglichst viele Arbeitsplätze sichert.
Zukunft weiterhin offen
Ob es LuisaViaRoma gelingt, sich neu aufzustellen, bleibt ungewiss. Klar ist jedoch, dass die kommenden Wochen entscheidend für die Zukunft des traditionsreichen Modehändlers sein werden – sowohl für das Unternehmen selbst als auch für die Beschäftigten und die Region.


