Mastercard bringt mit Wallet Pay ein neues Lösungsportfolio für digitale Geldbörsen auf den Markt. Ziel ist es, Wallet-Anbieter weltweit stärker miteinander zu vernetzen und Zahlungen über NFC, QR-Codes und Online-Kanäle hinweg interoperabler zu machen.
Die Einführung richtet sich an einen schnell wachsenden Markt. Digitale Wallets werden nach Angaben von Mastercard bereits von mehr als 4,3 Milliarden Menschen genutzt. Bis 2030 könnte die Zahl der Nutzer auf über sechs Milliarden steigen.
Wallet Pay soll verschiedene Zahlungssysteme verbinden
Mastercard Wallet Pay ist darauf ausgelegt, unterschiedliche Wallets, Plattformen und Zahlungsarten miteinander zu verknüpfen. Anbieter sollen dadurch neue Funktionen einführen können, ohne ihre bestehende Infrastruktur grundlegend umbauen zu müssen.
Zum Portfolio gehören unter anderem kontaktlose Zahlungen, QR-basierte Transaktionen, Online-Zahlungen sowie grenzüberschreitende Geldtransfers. Mastercard kombiniert dafür cloudbasierte Zahlungstechnologien mit seinem globalen Akzeptanznetzwerk.
Für Wallet-Anbieter eröffnet sich damit die Möglichkeit, ihre Dienste über lokale Märkte hinaus auszuweiten und zusätzliche Anwendungsfälle innerhalb einer bestehenden Plattform anzubieten.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Zahlreiche Wallet-Anbieter beteiligen sich
Zu den Partnern zählen unter anderem Alipay+ sowie angebundene Wallets wie AlipayHK, GCash, KakaoPay, TNG eWallet und TrueMoney. Hinzu kommen Anbieter wie Axian, CRED, DaviPlata, Mercado Pago, MTN und TenPay Global.
Alipay+ verbindet nach Unternehmensangaben mehr als 50 E-Wallets und Banking-Apps sowie über zehn nationale Zahlungssysteme. Über die Kooperation sollen angeschlossene Wallets einfacher Zugang zu Mastercard Wallet Pay erhalten.
Damit verfolgt Mastercard einen Plattformansatz, bei dem bestehende regionale Wallet-Systeme stärker an das internationale Kartennetzwerk angebunden werden.
Von Kartenausgabe bis Geldtransfer
Wallet Pay umfasst mehrere Bausteine. Anbieter können eigene Kredit-, Debit- oder Prepaid-Programme aufsetzen und damit zusätzliche Erlösmodelle innerhalb ihrer Wallets erschließen.
Darüber hinaus sollen digitale und stationäre Zahlungen stärker zusammengeführt werden. Mastercard verweist auf mehr als 3,7 Milliarden eigene Zahlungszugänge, die mit digitalen Wallets verbunden werden können.
Auch Geldtransfers spielen eine zentrale Rolle. Das System soll Überweisungen zwischen Karten, Wallets und Konten in mehr als 200 Ländern und Gebieten sowie in rund 150 Währungen unterstützen.
Mastercard setzt auf finanzielle Inklusion
Neben Interoperabilität und Reichweite stellt Mastercard den Zugang zu Finanzdienstleistungen in den Mittelpunkt. Wallet Pay soll insbesondere in Regionen mit geringer Bankendichte niedrigschwellige digitale Finanzangebote ermöglichen.
Digitale Wallets entwickeln sich damit zunehmend von einfachen Zahlungsmitteln zu Plattformen für Überweisungen, Kartenprogramme und weitere Finanzdienstleistungen.
Mastercard versucht, diese Entwicklung mit einer Infrastruktur zu unterstützen, die lokale Wallet-Anbieter mit einem globalen Zahlungsnetz verbindet.
Digitale Wallets werden zur strategischen Plattform
Der Markt für digitale Geldbörsen entwickelt sich zunehmend zu einem zentralen Bestandteil der globalen Zahlungsinfrastruktur. Für Anbieter wird entscheidend, ihre Dienste über Ländergrenzen, Zahlungssysteme und Handelskanäle hinweg nutzbar zu machen.
Mit Wallet Pay positioniert sich Mastercard als technischer Vermittler zwischen lokalen Wallet-Ökosystemen und seinem internationalen Netzwerk. Damit könnte der Konzern seine Rolle in Märkten stärken, in denen digitale Wallets teilweise stärker verbreitet sind als klassische Kartenzahlungen.




