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Nach tegut-Übernahme: Monopolkommission sieht Wettbewerb unter Druck

Grosses EDEKA Logo auf einem Dach
Foto: Depositphotos

Key takeaways

➟ Die Monopolkommission warnt nach der Übernahme von 178 tegut-Märkten durch EDEKA vor einer weiter steigenden Marktkonzentration. Vier Handelsgruppen vereinen bereits mehr als 90 Prozent der Umsätze.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Die Monopolkommission warnt nach der genehmigten Übernahme von 178 tegut-Standorten durch EDEKA vor einer weiter zunehmenden Konzentration im deutschen Lebensmitteleinzelhandel. Nach den Feststellungen des Bundeskartellamts entfallen bereits heute mehr als 90 Prozent der Umsätze auf EDEKA, REWE, die Schwarz-Gruppe mit Lidl und Kaufland sowie ALDI. Die Übernahme setzt aus Sicht der Kommission einen seit Jahren zu beobachtenden Konzentrationsprozess fort.

tegut-Übernahme verstärkt bestehenden Trend

Ursprünglich hatte EDEKA den Erwerb von 202 tegut-Märkten sowie weiteren Unternehmensteilen angemeldet. Das Bundeskartellamt genehmigte schließlich die Übernahme von 178 Standorten unter Auflagen.

24 weitere tegut-Märkte darf EDEKA für vier Jahre nicht erwerben. Damit sollen Wettbewerbsprobleme in mehreren regionalen Märkten begrenzt werden. Die Behörde hatte zuvor in 34 Regionen mögliche erhebliche Wettbewerbsbeeinträchtigungen identifiziert, in neun Gebieten sogar die Gefahr einer marktbeherrschenden Stellung.

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Vier große Gruppen dominieren den Markt

Die Monopolkommission sieht die strukturelle Entwicklung kritisch. Der Lebensmitteleinzelhandel sei nicht nur stark konzentriert, sondern zugleich vergleichsweise transparent. Bei Teilen des Sortiments seien die Preise zwischen Wettbewerbern weitgehend ähnlich.

Solche Marktbedingungen können nach Einschätzung der Kommission dazu führen, dass Unternehmen ihr Verhalten leichter aneinander ausrichten. Hinzu kommt, dass größere neue Wettbewerber kaum in den Markt eintreten. Auch frühere Zusammenschlüsse haben die Position der führenden Handelsgruppen über Jahre gestärkt.

Auch Lieferanten geraten unter Druck

Neben dem Wettbewerb um Kunden spielt die Stellung des Handels gegenüber Herstellern eine wichtige Rolle. Das Bundeskartellamt geht davon aus, dass einzelne Lieferanten stark von großen Handelsgruppen abhängig sein können, weil alternative Absatzwege begrenzt sind.

Die Monopolkommission verweist auf Risiken durch die Nachfragemacht großer Handelsunternehmen. Besonders problematisch ist, dass Lieferanten Konflikte mit wichtigen Abnehmern häufig vermeiden. Dadurch wird es für Wettbewerbsbehörden schwieriger, mögliche Missbräuche zu erkennen und nachzuweisen.

Behörden sollen Markt stärker beobachten

Nach Auffassung der Monopolkommission erhöht das Ausscheiden eines weiteren eigenständigen Händlers den Kontrollbedarf. Künftig müsse besonders darauf geachtet werden, ob die verbleibenden großen Anbieter ihre Marktstellung zulasten von Preisen oder Innovationen nutzen.

Die Kommission hatte in ihrem Sondergutachten zur Lebensmittellieferkette bereits auf die gestiegene Konzentration im Markt hingewiesen. Detailliertere Daten zu Preisen, Mengen und Beschaffung könnten helfen, Wettbewerbsentwicklungen und mögliche Machtverschiebungen besser zu beurteilen.

Konzentration bleibt zentrale Wettbewerbsfrage

Mit der EDEKA-tegut-Transaktion verschwindet ein weiterer Teil eines eigenständigen Handelsunternehmens aus dem Markt. Die Auflagen des Bundeskartellamts begrenzen die Übernahme in einzelnen Regionen, ändern aber nichts an der grundsätzlichen Marktstruktur.

Für die Wettbewerbspolitik dürfte deshalb zunehmend die Frage entscheidend werden, wie sich die hohe Konzentration auf Verbraucher, Hersteller und kleinere Wettbewerber auswirkt. Die Übernahme macht deutlich, dass weitere Zusammenschlüsse im Lebensmitteleinzelhandel besonders genau geprüft werden dürften.

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