Der US-Luxuswarenhändler Saks Global hat sich weitere 300 Millionen US-Dollar aus einem zugesagten Finanzierungsrahmen von insgesamt 1,75 Milliarden US-Dollar gesichert. Mit dieser letzten Tranche schließt das Unternehmen seine sogenannte Pre-Emergence-Finanzierung ab – ein wichtiger Schritt im laufenden Restrukturierungsverfahren nach Chapter 11.
Die zusätzliche Liquidität soll laut Saks helfen, den operativen Neustart zu stabilisieren, die Integration der Konzernmarken voranzutreiben und die Profitabilität langfristig zu verbessern.
Kapital für den Turnaround
Die Freigabe der Mittel ist an die Zustimmung der Gläubiger zum strategischen Fünfjahresplan des Unternehmens gebunden. Unterstützt wird der Plan von einer Gruppe vorrangig besicherter Anleihegläubiger, die den Restrukturierungskurs des Managements mittragen. Das vollständige Reorganisationskonzept soll in den kommenden Wochen beim zuständigen US-Insolvenzgericht im Southern District of Texas eingereicht werden.
Nach Angaben von CEO Geoffroy van Raemdonck hat Saks Global bereits erste Fortschritte bei der Stabilisierung des Geschäfts erzielt. Besonders die Warenverfügbarkeit und die Beziehungen zu Markenpartnern hätten sich zuletzt deutlich verbessert.
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Lieferanten kehren zurück
Ein wichtiger Indikator für das wiedergewonnene Vertrauen im Markt ist die Rückkehr zahlreicher Lieferanten. Rund 600 Marken hätten ihre Belieferung wieder aufgenommen, teilte das Unternehmen mit. Insgesamt seien Waren im Wert von etwa 1,4 Milliarden US-Dollar wieder freigegeben worden. Allein im März lag der Wareneingang rund 60 Prozent über dem Niveau des Vorjahreszeitraums.
Diese Entwicklung gilt als entscheidend für den Neustart des Geschäfts, da Luxuswarenhändler stark auf stabile Beziehungen zu internationalen Marken angewiesen sind.
Drei Luxusketten im Fokus
Zum Konzern gehören die traditionsreichen Warenhausketten Saks Fifth Avenue, Neiman Marcus und Bergdorf Goodman. Die Integration dieser drei Marken bildet den Kern der neuen Konzernstrategie.
Der Fokus liegt künftig stärker auf dem margenstarken Vollpreisgeschäft im Luxussegment. Gleichzeitig wird das Off-Price-Geschäft deutlich reduziert. Statt eines breiten Discount-Netzes sollen künftig nur noch zwölf Standorte als Abverkaufskanäle für Restbestände betrieben werden.
Filialnetz wird neu ausgerichtet
Parallel dazu überprüft das Unternehmen sein stationäres Filialportfolio. Geplant ist eine stärkere Konzentration auf leistungsstarke Standorte in Regionen mit hoher Kaufkraft. Weniger profitable Filialen könnten im Zuge der Restrukturierung geschlossen oder angepasst werden.
Auch die Logistikstruktur wird neu organisiert. Drei zentrale Distributions- und Servicezentren in Texas, Pennsylvania und Kalifornien sollen künftig das Rückgrat der Lieferkette bilden und effizientere Abläufe ermöglichen.
Ambitionierte Profitabilitätsziele
Langfristig strebt Saks Global eine zweistellige bereinigte EBITDA-Marge an. Um dieses Ziel zu erreichen, setzt das Unternehmen auf mehrere strategische Hebel. Dazu gehören eine stärkere Fokussierung auf vermögende Kernkunden, ein kuratiertes Sortiment im Luxussegment, personalisierte Serviceangebote sowie eine konsequente Kostenkontrolle.
Ob der Turnaround gelingt, hängt maßgeblich davon ab, wie erfolgreich Saks Global die Integration seiner drei Luxusmarken sowie die operative Neuausrichtung umsetzen kann. Mit der nun vollständig gesicherten Finanzierung verfügt das Unternehmen jedoch erstmals über eine stabile Grundlage für den weiteren Restrukturierungsprozess.


