Saks Global zieht nach der kürzlich eingereichten Insolvenz die Reißleine und streicht den Großteil seines Off-Price-Geschäfts, das bis vor wenigen Jahren sogar noch in Deutschland aktiv war. Betroffen sind die „meisten“ Saks OFF 5TH-Filialen sowie alle verbliebenen Neiman Marcus Last Call Stores. Ziel sei es, sich künftig wieder stärker auf den profitableren Luxus- und Vollpreisbereich zu fokussieren.
Das Unternehmen, das erst vor rund einem Jahr aus dem Zusammenschluss von Saks Fifth Avenue, Bergdorf Goodman und Neiman Marcus hervorging, befindet sich seit Anfang Januar in einem Insolvenzverfahren. In einem früheren Gerichtsdokument kündigte die Konzernspitze bereits an, den eigenständigen E-Commerce-Arm „SO5 Digital“ abzuwickeln, an dem Saks Global 80 Prozent der Anteile hält. Auch dieser Schritt ist Teil einer umfassenden strategischen Neuausrichtung.
Milliardenverluste im Off-Price-Bereich
Wie laut Reuters nun aus den aktuellen Gerichtsdokumenten hervorgeht, erwartet Saks Global für das Geschäftsjahr 2025 einen Verlust von rund 139 Millionen US-Dollar (ca. 128 Millionen Euro) allein durch das Geschäft von Saks OFF 5TH – sowohl online als auch stationär. Das Management kündigte daher an, die meisten der 74 bestehenden OFF 5TH-Filialen sowie alle fünf Last Call Stores zu schließen. Einige ausgewählte Standorte sollen vorerst bestehen bleiben, um Restbestände aus anderen Unternehmensbereichen zu verkaufen.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Neuausrichtung mit Fokus auf Luxus
Der neue CEO Geoffroy van Raemdonck, der anstelle des Galeria-Miteigentümers Richard Baker getreten ist, erklärte, man wolle sich konsequent auf das Kerngeschäft konzentrieren und Vollpreisverkäufe über die Premium-Marken fördern. Der Einkauf für Saks OFF 5TH werde eingestellt, stattdessen könnten alternative Transaktionsmodelle für den Betrieb geprüft werden. Die Luxusmarken Saks Fifth Avenue, Neiman Marcus und Bergdorf Goodman sollen stationär sowie online weiterhin betrieben werden.
Mit der Konzentration auf margenträchtige Sparten und der Reduzierung verlustreicher Geschäftsbereiche will Saks Global eine Kehrtwende schaffen – und sich als fokussierter Anbieter im hart umkämpften Luxussegment neu positionieren.


