Adyen hat sein Authentifizierungsangebot Authenticate umfassend erweitert. Das Modul ist Teil der Optimierungssuite Adyen Uplift und soll künftig jede Transaktion in Echtzeit an die jeweils geeignetste Authentifizierungstechnologie weiterleiten. Dabei kombiniert die Plattform regulatorische Anforderungen mit Signalen zu Käuferverhalten, Kartenausstellern und einzelnen Transaktionen.
Ziel laut Adyen ist es, den Checkout für legitime Käufer möglichst reibungslos zu gestalten und gleichzeitig Sicherheit und Genehmigungsraten zu verbessern. Adyen arbeitet dafür unter anderem mit Google, Mastercard und Visa zusammen und integriert unterschiedliche Authentifizierungsverfahren in eine gemeinsame Plattform.
Machine Learning ersetzt statische 3DS-Regeln
Klassische Online-Checkouts arbeiten häufig mit festen 3DS-Regeln, die unterschiedliche Käufer und Transaktionen weitgehend gleich behandeln. Authenticate ersetzt diese Logik durch drei dynamische Entscheidungen: ob eine Authentifizierung notwendig ist, welche Methode eingesetzt werden sollte und welche Daten an den Kartenaussteller übermittelt werden.
Die zugrunde liegenden Machine-Learning-Modelle greifen laut Adyen auf sehr große Mengen historischer Interaktionen zurück. Weil das Unternehmen sowohl als Authentifizierungsanbieter als auch als Acquirer tätig ist, kann das System nicht nur aus Authentifizierungsergebnissen, sondern auch aus den späteren Autorisierungsentscheidungen der Kartenaussteller lernen.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Plattform wählt zwischen 3DS, Passkeys und Google SPA
Authenticate entscheidet je nach Transaktion zwischen unterschiedlichen Verfahren. Dazu gehören 3DS, Google Secure Payment Authentication, Mastercard Payment Passkeys, Visa Payment Passkeys und reine Datenflüsse ohne zusätzliche Interaktion.
Die verschiedenen Technologien werden über eine einzige Integration bereitgestellt. Händler müssen dadurch nicht selbst für jeden Markt und jedes Verfahren eigene Authentifizierungslogiken aufbauen und pflegen.
Adyen will damit insbesondere internationale Händler entlasten. Regulatorische Anforderungen und lokale Besonderheiten sollen automatisch in die Entscheidung einfließen, ohne dass Unternehmen komplexe Regelwerke für einzelne Länder konfigurieren müssen.
Vertrauenswürdige Käufer sollen seltener zusätzliche Hürden sehen
Authenticate arbeitet außerdem mit Adyens Betrugsmanagement-Modul Protect zusammen. Das System soll vertrauenswürdige Käufer bereits vor dem eigentlichen Bezahlvorgang erkennen und Sicherheitsprüfungen nur dann auslösen, wenn das Risiko dies erfordert.
Adyen zufolge liegt bei Händlern auf der Plattform die Wahrscheinlichkeit bei mehr als 90 Prozent, dass ein Käufer bereits bekannt ist. Diese Datenbasis soll es ermöglichen, risikobasierte Authentifizierung präziser einzusetzen und unnötige Unterbrechungen im Checkout zu vermeiden.
Adyen optimiert mehr als 150 Datenfelder bei 3DS
Auch die an Kartenaussteller übermittelten Daten werden dynamisch angepasst. Bei 3DS wertet Authenticate laut Adyen mehr als 150 Datenfelder aus und lernt fortlaufend, welche Kombinationen die Wahrscheinlichkeit einer Genehmigung erhöhen.
Dadurch kann ein zusätzlicher Authentifizierungsschritt in manchen Fällen entfallen oder unbemerkt im Hintergrund stattfinden. Ziel ist es, möglichst viele legitime Transaktionen ohne zusätzliche Reibung erfolgreich abzuschließen.
Too Good To Go und Just Eat melden höhere Conversion
Erste Kunden melden nach Angaben von Adyen bereits deutliche Effekte. Too Good To Go erzielte während einer Pilotphase einen relativen Anstieg der Payment-Conversion von 11 Prozent.
Just Eat Takeaway.com berichtet bei passenden Besuchern von einem Plus von 12 Prozent bei der Conversion Rate. Beide Unternehmen verweisen darauf, dass die zentrale Integration laufenden technischen Wartungsaufwand reduziert und gleichzeitig den Zahlungsprozess für Nutzer vereinfacht.
Authenticate ist ab sofort weltweit für 3DS und die Optimierung von Kartenaussteller-Anfragen verfügbar. Neuere Verfahren wie Google SPA sowie Mastercard- und Visa-Passkeys werden zunächst schrittweise integriert.
In Großbritannien laufen bereits erste Live-Transaktionen über diese Technologien. Weitere Verbesserungen und eine breitere internationale Einführung sind bis 2027 geplant.






