Deutsche Reisende geben im Ausland so viel Geld aus wie nie zuvor und verändern gleichzeitig ihr Verhalten deutlich. Eine Analyse des Zahlungsdienstleisters Visa zeigt, dass die Ausgaben im Sommer 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 22 Prozent gestiegen sind. Gleichzeitig rücken Erlebnisse, spontane Entscheidungen und digitale Bezahlmethoden stärker in den Mittelpunkt.
Klassische Ziele bleiben, neue Regionen gewinnen
Innerhalb Europas profitieren vor allem Länder der Eurozone, deren Einnahmen deutlich zulegen. Beliebte Reiseziele wie Italien, Frankreich und Österreich bleiben weiterhin führend. Gleichzeitig gewinnen neue Destinationen an Dynamik: Besonders stark wächst Südosteuropa, allen voran Albanien mit einem Ausgabenplus von 75 Prozent. Auch Länder wie Kosovo sowie Bosnien und Herzegowina verzeichnen steigende Besucherzahlen und etablieren sich zunehmend als attraktive Alternativen.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Ausgabeverhalten verändert sich deutlich
Das Konsumverhalten im Urlaub verschiebt sich spürbar. Während britische Touristen auf Mallorca vor allem in Gastronomie investieren, geben deutsche Reisende besonders viel im Einzelhandel aus. Insgesamt verteilen sich die Ausgaben stärker auf viele kleinere Beträge – ein Trend, der als „Snackification“ beschrieben wird. Der Fokus liegt zunehmend auf individuellen Erlebnissen wie Restaurantbesuchen, kulturellen Aktivitäten und spontanen Käufen.
Kreuzfahrten und alternative Mobilität im Aufwind
Neben klassischen Flugreisen gewinnen andere Reiseformen an Bedeutung. Kreuzfahrten verzeichnen mit einem Ausgabenwachstum von rund 26 Prozent die höchste Dynamik. Gleichzeitig steigt die Nutzung von Bahn und öffentlichem Nahverkehr am Reiseziel deutlich, was auf ein wachsendes Interesse an flexiblen und nachhaltigeren Mobilitätslösungen hindeutet.
Digitales Bezahlen wird zum Standard
Ein weiterer zentraler Trend ist die zunehmende Nutzung digitaler Zahlungsmethoden. Kontaktloses Bezahlen gehört inzwischen zum Alltag, während mobile Bezahllösungen weiter an Bedeutung gewinnen. Reisende zahlen häufiger digital – unabhängig von der Höhe des Betrags. Dies spiegelt einen grundlegenden Wandel im Konsumverhalten wider und eröffnet neue Chancen für Anbieter im Tourismussektor.


