Die DIY-Szene verliert einen ihrer wichtigsten Anbieter: Die FabFab GmbH, Betreiberin der Plattform stoffe.de, stellt ihren Geschäftsbetrieb ein. Auch das Tochterunternehmen Makerist ist betroffen. Rund 170 Beschäftigte verlieren ihren Arbeitsplatz.
Die Ankündigung des Aus führte innerhalb kurzer Zeit zu erheblicher Verunsicherung unter Hobbyhandwerkern und Kreativen. Auf der Website finden Kunden nun Informationen zum restlichen Lagerverkauf und zu bereits aufgegebener Bestellungen. Seit Jahren war FabFab mit stoffe.de einer der zentralen Online-Händler für Stoffe und DIY-Materialien in Deutschland. Doch die Herausforderungen der letzten Jahre erwiesen sich als zu groß.
Vom Pandemie-Hoch zur Marktbereinigung
Während der Corona-Zeit florierte die Do-it-yourself-Branche: Nähen, Basteln und Handarbeiten boomten. Anbieter wie FabFab konnten in dieser Phase stark wachsen. Nach dem Ende der pandemiebedingten Einschränkungen kehrte jedoch eine Normalisierung ein – mit dramatischen Folgen für das Geschäft.
Der Bedarf an Stoffen und Zubehör sank spürbar. Branchenbeobachter machen vor allem die Sättigung der Zielgruppe verantwortlich: Viele Kunden hatten während der Pandemie große Materialvorräte angelegt, die sie nun weiterverarbeiteten. Diese Kaufzurückhaltung traf insbesondere Plattformen mit einem stark auf Hobbynähen ausgerichteten Sortiment hart.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Kein Investor, keine Rettung
Ein weiterer schwerwiegender Faktor: Der Hauptinvestor der FabFab GmbH zog sich zurück und verweigerte frisches Kapital. Damit war eine nachhaltige Sanierung kaum möglich. Zwar leitete das Unternehmen im Oktober 2025 ein vorläufiges Insolvenzverfahren ein, der angekündigte Fortbetrieb konnte jedoch nicht umgesetzt werden.
Nun folgte laut Berichten des Hamburger Abendblatt die endgültige Entscheidung: Der Betrieb wird eingestellt, alle Mitarbeitenden wurden gekündigt. Wie es mit einzelnen Plattformen wie Makerist weitergeht, ist noch offen. Auch für Endkunden bleiben viele Fragen – etwa zum Zugang zu gekauften Schnittmustern oder laufenden Bestellungen.
Die Entwicklung bei FabFab steht exemplarisch für strukturelle Herausforderungen im E-Commerce: Nach Phasen schnellen Wachstums zeigen sich oft Abhängigkeiten von externen Geldgebern und konjunkturelle Schwächen.


