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Studie sieht wachsende Probleme beim Datenschutz in Deutschland

DSGVO vor einer Tastatur geschrieben
Foto: depositphotos.com

Key takeaways

Zehn Jahre nach Einführung der DSGVO sehen viele Unternehmen Datenschutz zwar als etabliert an, klagen jedoch über steigende Bürokratie, Rechtsunsicherheit und Probleme beim Einsatz künstlicher Intelligenz. Besonders der Umgang mit Daten für KI-Anwendungen sorgt zunehmend für Kritik.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Zehn Jahre nach Inkrafttreten der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) ist Datenschutz in deutschen Unternehmen zwar fest etabliert, gleichzeitig wächst jedoch die Kritik an Aufwand, Komplexität und Rechtsunsicherheit. Zu diesem Ergebnis kommt eine Langzeitstudie des Digitalverbands Bitkom, für die seit 2016 jährlich Unternehmen in Deutschland befragt werden.

Während kurz vor Anwendung der DSGVO im Jahr 2018 erst sieben Prozent der Unternehmen die Vorgaben weitgehend umgesetzt hatten, lag dieser Anteil 2024 bereits bei 71 Prozent. Gleichzeitig bewerten immer mehr Unternehmen die Regulierung als Belastung für ihre Geschäftsprozesse.

Unternehmen sehen steigenden Bürokratieaufwand

Laut Bitkom gaben 2016 noch 25 Prozent der Unternehmen an, die DSGVO mache ihre Geschäftsabläufe komplizierter. 2025 lag dieser Wert bereits bei 81 Prozent. Fast alle Unternehmen bewerten den Aufwand für Datenschutz inzwischen als hoch, 44 Prozent sogar als sehr hoch.

Auch die Kritik an der deutschen Datenschutzpraxis nimmt deutlich zu. Während 2020 noch 40 Prozent der Unternehmen der Meinung waren, Deutschland übertreibe es beim Datenschutz, stieg dieser Anteil 2025 auf 72 Prozent.

Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst betont zwar die Bedeutung des Datenschutzes als Grundlage der digitalen Wirtschaft, sieht aber zentrale Ziele der DSGVO bislang nicht erreicht. Insbesondere weniger Bürokratie, mehr Rechtssicherheit und einheitlichere Wettbewerbsbedingungen innerhalb Europas seien aus Sicht vieler Unternehmen ausgeblieben.

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Künstliche Intelligenz verschärft die Debatte

Besonders deutlich zeigen sich die Spannungen beim Einsatz künstlicher Intelligenz. Nach Angaben der Studie sehen 69 Prozent der Unternehmen Datenschutzvorgaben inzwischen als Hindernis für das Training von KI-Modellen mit ausreichend Daten. 2023 lag dieser Wert noch bei 42 Prozent.

63 Prozent der Unternehmen befürchten zudem, dass KI-Entwickler aufgrund regulatorischer Anforderungen zunehmend Europa verlassen könnten. Gleichzeitig berichten viele Unternehmen, dass Projekte zum Aufbau von Datenpools aufgrund datenschutzrechtlicher Vorgaben gescheitert seien oder gar nicht erst begonnen wurden.

Bitkom fordert deshalb eine stärkere Risikoorientierung der Datenschutzregeln. Unternehmen müssten dort entlastet werden, wo formale Pflichten keinen zusätzlichen Schutz für Bürgerinnen und Bürger schaffen würden.

Datentransfers und Rechtsunsicherheit bleiben Problemfelder

Auch internationale Datentransfers sorgen weiterhin für Unsicherheit. Mehr als 60 Prozent der Unternehmen übertragen personenbezogene Daten in die USA. Gleichzeitig wünschen sich viele Betriebe langfristig tragfähige politische Lösungen für internationale Datenflüsse.

Zudem nennen 82 Prozent der Unternehmen die Unsicherheit über konkrete Datenschutzvorgaben als eine der größten Herausforderungen. Für viele Betriebe ist Datenschutz inzwischen zu einer dauerhaften Anpassungsaufgabe geworden, die kontinuierliche technische und rechtliche Änderungen erfordert.

Hinzu kommt ein wachsender Fachkräftemangel im Datenschutzbereich. Laut Bitkom melden inzwischen 38 Prozent der Unternehmen Schwierigkeiten, ausreichend qualifiziertes Personal für Datenschutzaufgaben zu finden.

Unternehmen bewerten Behörden nur teilweise positiv

Die Mehrheit der Unternehmen hat nach eigenen Angaben bereits Hilfestellungen von Datenschutzaufsichtsbehörden genutzt oder angefragt. Mit der Qualität dieser Unterstützung zeigt sich jedoch nur gut ein Drittel zufrieden.

Bitkom sieht deshalb Reformbedarf bei der praktischen Ausgestaltung der Datenschutzregeln in Europa. Mit Blick auf KI, digitale Plattformen und internationale Datenströme stehe die nächste große Bewährungsprobe für die europäische Datenschutzpolitik bereits bevor.

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