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EU verschärft Vorgehen gegen virtuelle Währungen in Videospielen

Flaggen der EU
Foto: Depositphotos

Key takeaways

➟ EU-Verbraucherschutzbehörden prüfen neun große Spieleunternehmen wegen virtueller In-Game-Währungen. Im Fokus stehen transparente Preise, Widerrufsrechte, Kaufmechanismen und der Schutz besonders junger oder gefährdeter Spieler.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Das europäische Netzwerk für die Zusammenarbeit im Verbraucherschutz hat koordinierte Maßnahmen gegen neun Videospielunternehmen eingeleitet. Im Mittelpunkt stehen laut einer Pressemitteilung der EU-Kommission virtuelle In-Game-Währungen, deren Preisgestaltung und der Schutz von Spielern vor intransparenten oder aus Sicht der Behörden problematischen Kaufmechanismen. Die Maßnahmen knüpfen an Leitlinien an, die das CPC-Netzwerk bereits 2025 für mehr Transparenz und Fairness bei virtuellen Währungen veröffentlicht hatte.

Neun bekannte Spiele werden überprüft

Die Untersuchungen betreffen unter anderem Unternehmen hinter Titeln wie Candy Crush Saga, Minecraft, Valorant, Clash of Clans, Forge of Empires, For Honor und Hunt: Showdown 1896. Nach Angaben der EU-Kommission hatte das CPC-Netzwerk zuvor einen Dialog mit der Branche geführt, der aus Sicht der Behörden keine ausreichenden Ergebnisse brachte.

Daraufhin folgte eine Marktprüfung. Nun sollen laut der gemeinsamen Stellungnahme die betroffenen Anbieter darlegen, wie ihre Systeme mit den europäischen Verbraucherschutzanforderungen vereinbar sind.

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Reale Preise sollen klar erkennbar sein

Ein zentrales Ziel ist eine transparentere Preisgestaltung. Spieler sollen unmittelbar erkennen können, welchen realen Geldwert virtuelle Währungen und digitale Gegenstände haben.

Mehrstufige Umrechnungen, mehrere parallele Währungen oder Kaufpakete, die den tatsächlichen Preis verschleiern, stehen deshalb besonders im Fokus. Die CPC-Grundsätze fordern klare Preise, verständliche Vorabinformationen und den Verzicht auf Mechanismen, die Nutzer zu unnötigen Währungskäufen drängen.

Widerrufsrecht und Schutz von Kindern im Fokus

Auch das europäische Widerrufsrecht spielt eine Rolle. Spieler sollen darüber informiert werden, unter welchen Voraussetzungen sie innerhalb von 14 Tagen von einem Kauf zurücktreten können, insbesondere wenn virtuelle Währungen noch nicht genutzt wurden.

Besonders wichtig ist den Verbraucherschutzbehörden zudem der Umgang mit Kindern und anderen schutzbedürftigen Nutzern. Unternehmen sollen ausreichende Schutzvorkehrungen schaffen und ihre Geschäftsbedingungen klar und verständlich formulieren.

Activision Blizzard wird separat geprüft

Parallel läuft eine eigene Maßnahme gegen Activision Blizzard UK Limited. Dabei geht es um Diablo Immortal und Call of Duty Mobile.

Untersucht werden unter anderem der Verkauf virtueller Währungen, die Erhebung personenbezogener Daten, mögliche suchtfördernde Gestaltungselemente, Voreinstellungen beim Jugendschutz, Direktmarketing an Kinder sowie Informationen vor Vertragsabschluss und die Sperrung von Spielkonten.

EU erhöht regulatorischen Druck auf Games-Branche

Mit den neuen Maßnahmen verstärken die europäischen Verbraucherschutzbehörden den Druck auf Geschäftsmodelle, die stark mit virtuellen Währungen und Mikrotransaktionen arbeiten. Dabei geht es nicht um ein generelles Verbot solcher Systeme, sondern um deren Ausgestaltung nach geltendem EU-Verbraucherrecht.

Das CPC-Netzwerk besteht aus nationalen Behörden der Mitgliedstaaten und wird von der Europäischen Kommission koordiniert. Ziel ist ein einheitlicheres Vorgehen bei grenzüberschreitenden Verstößen und damit ein vergleichbarer Verbraucherschutz im gesamten EU-Binnenmarkt.

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