Der Warenhauskonzern Galeria hat offenbar mehrere Vermieter um die Stundung fälliger Mieten gebeten. Wie die Immobilien Zeitung berichtet, sind Zahlungen nach übereinstimmenden Angaben aus Eigentümerkreisen für den laufenden Monat teilweise ausgeblieben.
Spätestens seit März verdichten sich die Hinweise, dass sich die finanzielle Lage des Unternehmens erneut zuspitzt und der Liquiditätsdruck wächst. Neben der aktuellen Stundung will Galeria auch bei mehreren Filialen die Mietverträge neu verhandeln.
Liquiditätslage gerät ins Wanken
Die Bitte um Zahlungsaufschub gilt sowohl in der Handels- als auch in der Immobilienbranche als klares Warnsignal. Mietkosten zählen zu den größten Fixposten im stationären Einzelhandel. Werden sie nicht fristgerecht beglichen, deutet dies häufig auf akute Liquiditätsprobleme hin.
Galeria betreibt 83 Warenhäuser, die meisten in zentralen Innenstadtlagen mit entsprechend hohen Mietverpflichtungen. Bereits in früheren Restrukturierungsphasen wurden Mietkonditionen nachverhandelt, teils mit erheblichen Zugeständnissen seitens der Eigentümer. Die aktuelle Entwicklung verschärft nun erneut den Druck auf Vermieter, insbesondere auf institutionelle Investoren wie Fonds oder Pensionskassen, für die stabile Einnahmen essenziell sind.
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Lange Krisengeschichte belastet Vertrauen
Die Schwierigkeiten treffen auf eine bewegte Vergangenheit. Der Konzern, hervorgegangen aus Karstadt und Kaufhof, hat mehrere Insolvenzverfahren durchlaufen. Die letzte Insolvenz wurde im Juli 2024 abgeschlossen. Dabei wurden 10 Filialen geschlossen, das Personal um rund 1.000 Stellen reduziert und Verträge neu strukturiert.
Begleitet wurde der Umbau von Investorenwechseln und staatlicher Unterstützung. Ziel war es, unrentable Standorte aufzugeben und das Geschäftsmodell stärker zu fokussieren. Dennoch bleibt fraglich, ob die bisherigen Maßnahmen ausreichen, um den Konzern nachhaltig zu stabilisieren.
Auswirkungen auf Städte und Standorte
Als Ankermieter in vielen Innenstädten spielt Galeria eine zentrale Rolle für die Besucherfrequenz. Wirtschaftliche Probleme oder gar Schließungen einzelner Häuser wirken sich unmittelbar auf umliegende Geschäfte, Gastronomie und Immobilienwerte aus.
Kommunen stehen in solchen Fällen vor erheblichen Herausforderungen. Leerstände lassen sich meist nur mit aufwendigen Konzepten und hohen Investitionen in alternative Nutzungen überführen, etwa durch Kombinationen aus Handel, Büros oder öffentlichen Einrichtungen.
Weitere Verhandlungen wahrscheinlich
Sollte sich die angespannte Liquiditätssituation fortsetzen, dürften neue Gespräche zwischen Unternehmen, Vermietern und Finanzierern unvermeidlich sein. Noch ist unklar, ob es sich bei den ausstehenden Zahlungen um kurzfristige Engpässe oder um strukturelle Probleme handelt. Spätestens aber seit dem überraschen CFO-Exit im Januar ist unter Insidern von anhaltender Krisenstimmung die Rede.
Fest steht: Die jüngsten Entwicklungen zeigen zumindest, dass die Stabilisierung des letzten großen Warenhauskonzerns in Deutschland weiterhin auf unsicherem Fundament steht.


