Der insolvente Haushalts- und Drogeriediscounter Kodi steht vor einem tiefgreifenden Umbau. Von zuletzt 144 Filialen werden 43 geschlossen, ebenso die bisherige Unternehmenszentrale in Oberhausen. Das verbleibende Netz mit 100 Standorten geht auf die neu gegründete Kodi Retail GmbH über, hinter der nach Unternehmensangaben eine internationale Investorengruppe steht.
43 Filialen ohne Fortführungsperspektive
Der Einschnitt fällt größer aus als zunächst angekündigt. Anfang September war noch von 19 Schließungen die Rede, nun steht fest, dass insgesamt 43 Standorte nicht weitergeführt werden.
41 der betroffenen Filialen liegen in Nordrhein-Westfalen, dem traditionellen Kernmarkt des Unternehmens. Nach Angaben von Kodi konnte für diese Standorte keine wirtschaftlich tragfähige Lösung gefunden werden. Durch die Schließungen und die Aufgabe der bisherigen Zentrale entfallen insgesamt 265 Arbeitsplätze.
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Investor übernimmt Marke und 100 Standorte
Der wirtschaftlich tragfähige Teil des Geschäfts wird künftig von der Kodi Retail GmbH fortgeführt. Die Gesellschaft übernimmt 100 Filialen sowie Warenbestände und weitere Vermögenswerte der insolventen Kodi Handels GmbH.
Zur Identität der hinter der neuen Gesellschaft stehenden Investorengruppe wurden bislang keine näheren Angaben gemacht. Die Marke Kodi soll erhalten bleiben, sodass das operative Geschäft trotz Insolvenz in deutlich kleinerem Umfang weitergeführt wird.
Zentrale in Oberhausen wird geschlossen
Besonders einschneidend ist die Aufgabe des bisherigen Verwaltungsstandorts in Oberhausen. Die Stadt war seit Jahrzehnten eng mit der Unternehmensgeschichte verbunden und bildete das organisatorische Zentrum des Discounters.
Der Rückzug zeigt, wie stark sich Kodi innerhalb kurzer Zeit verändert hat. Ende 2024 betrieb das Unternehmen noch 238 Filialen. Künftig bleiben davon nur noch 100 Standorte übrig.
Zweite Sanierung innerhalb kurzer Zeit
Bereits Ende 2024 hatte die damalige Kodi Diskontläden GmbH ein Schutzschirmverfahren beantragt. Damals beschäftigte das Unternehmen rund 1.800 Menschen und betrieb bundesweit 238 Geschäfte.
Im Frühjahr 2025 übernahm ein Investorenkonsortium im Rahmen eines Asset Deals 150 Filialen und sicherte nach damaligen Angaben rund 1.200 Arbeitsplätze. Doch bereits im Juli 2026 folgte ein weiteres Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung für die Kodi Handels GmbH.
Filialnetz schrumpft um rund 58 Prozent
Im Vergleich zu Ende 2024 reduziert sich das Filialnetz damit um rund 58 Prozent. Auch die Beschäftigtenzahl ist deutlich gesunken.
2023 erzielte die damalige Kodi Diskontläden GmbH nach Unternehmensangaben noch rund 130 Millionen Euro Umsatz, nach etwa 146 Millionen Euro im Jahr zuvor. Für die heutige Gesellschaft liegen keine direkt vergleichbaren Umsatzzahlen vor.
Kodi startet mit kleinerem Netz neu
Mit der Übernahme durch die Kodi Retail GmbH bleibt die Marke zwar bestehen, das Unternehmen wird jedoch deutlich kompakter. Die neue Struktur konzentriert sich auf 100 Standorte, für die eine wirtschaftlich tragfähige Perspektive gesehen wird.
Die zentrale Herausforderung besteht nun darin, mit dem verkleinerten Netz dauerhaft profitabel zu arbeiten und gleichzeitig eine neue Organisationsstruktur ohne die bisherige Zentrale in Oberhausen aufzubauen. Aus dem früheren Filialisten mit mehr als 200 Geschäften wird damit ein deutlich kleineres Unternehmen.




