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Paketbranche am Limit: ver.di fordert Verbot von Subunternehmen

Pakete in einem Lieferwagen
Symbolbild - Foto: Pexels / Artem Podrez

Key takeaways

Eine neue Beschäftigtenbefragung zeigt gravierende Missstände in der Paketbranche. ver.di fordert ein gesetzliches Verbot von Subunternehmen und die Einführung einer 20-Kilo-Grenze bei der Zustellung. Besonders prekär sind die Bedingungen bei nicht tarifgebundenen Arbeitgebern.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Eine neue Studie zur Arbeitsqualität in der Kurier-, Express- und Paketbranche (KEP) offenbart erhebliche Missstände. Rund 3.000 Beschäftigte beteiligten sich an der von Input Consulting und ver.di durchgeführten Befragung „Gute Arbeit bei Paketdiensten?“ und bewerteten ihre Arbeitsbedingungen deutlich schlechter als der Durchschnitt anderer Branchen. Der ermittelte Index-Wert lag bei nur 40 Punkten – deutlich unter dem Wert der Gesamtwirtschaft (65 Punkte).

Die Beschäftigten beklagen schwere körperliche Arbeit, hohen Stress und gesundheitliche Risiken, was ebenfalls durch zuletzt erschienene Daten der Barmer-Krankenasse und der AOK bescheinigt wurde. Nur ein Bruchteil der Zusteller glaubt, unter den aktuellen Bedingungen bis zur Rente arbeiten zu können. ver.di sieht dringenden Handlungsbedarf und fordert eine gesetzlich verankerte 20-Kilo-Grenze für Pakete in der Ein-Personen-Zustellung. „Hier ist die Bundesregierung in der Pflicht, ihr Versprechen einzulösen“, betonte Andrea Kocsis, stellvertretende Vorsitzende von ver.di, in der Pressemitteilung.

Prekäre Beschäftigung durch Subunternehmen

Ein zentrales Problem stellt laut Studie der Einsatz von Subunternehmen dar. Besonders in diesen Betrieben werden zahlreiche Arbeitsrechtsverstöße festgestellt: Verstöße gegen Höchstarbeitszeiten, unbezahlte Überstunden, verspätete Lohnzahlungen und das Vorenthalten gesetzlicher Urlaubs- und Krankheitsansprüche. Rund jeder fünfte Beschäftigte berichtete, bei Krankheit keine Lohnfortzahlung zu erhalten – ein klarer Verstoß gegen geltende Gesetze.

Zudem zeigt sich, dass tarifgebundene Unternehmen mit Betriebsrat nicht nur höhere Löhne zahlen – durchschnittlich 500 Euro mehr pro Monat –, sondern auch kürzere Arbeitszeiten ermöglichen. Ohne Mitbestimmung arbeiten Paketboten im Schnitt elf Stunden mehr pro Woche.

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ver.di fordert strukturelle Veränderungen

Angesichts dieser Ergebnisse fordert ver.di nicht nur bessere Arbeitsbedingungen und höhere Löhne, sondern auch ein grundsätzliches Verbot von Subunternehmen in der Paketbranche. Die Auslagerung der Zustellarbeit führe systematisch zu prekären Beschäftigungsverhältnissen. „Es ist höchste Zeit, dass diese eklatanten Missstände ein Ende haben“, so Kocsis.

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