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BEITRAG

Trotz starker Markenidentität – Impressionen schließt endgültig

Startseite des Versandhändlers Impressionen mit der Informationen. dass das Geschäft zum 01. Februar schließt

Der Hamburger Versandhändler „Impressionen“ wird zum 1. Februar 2024 seine Geschäftstätigkeit endgültig einstellen. Diese Entscheidung markiert den Abschluss eines Kapitels, das durch die Insolvenz der Klingel-Gruppe eingeläutet wurde. Impressionen entwickelte sich in fast 30 Jahren zu einem bedeutenden Katalog- und Online-Anbieter von Mode, Möbeln und Wohnaccessoires und gewann insbesondere eine junge, vorwiegend weibliche Zielgruppe für sich.

Die Schließung des Versandhauses wurde mit einer „anspruchsvolleren Ausrichtung“ begründet, die jedoch bei der Kundschaft ihre Grenzen fand. Trotz intensiver Bemühungen gelang es der Klingel-Gruppe nicht, Investoren für Impressionen zu gewinnen. Während das endgültige Aus für Impressionen und die Klingel-Gruppe, feststeht, finden zumindest einzelne Marken wie Bader und zuletzt Alba Moda aus dem Portfolio neue Eigentümer.

Impressionen, gegründet 1996 in Hamburg, etablierte sich in den Anfangsjahren schnell als ein innovativer Versandhändler, der seinen Fokus auf Mode, Möbel und Wohnaccessoires legte. Das Unternehmen machte sich insbesondere mit einer sorgfältigen Auswahl von Marken wie Sienna, Reken Maar, Replay, Rich & Royal, Mos Mosh und Drykorn einen Namen. Mit einer Produktpalette, die von stilvollen Möbeln und passenden Wohnaccessoires bis hin zu trendiger Mode reichte, setzte Impressionen durchaus neue Sortimentsmaßstäbe im Bereich des Online-Shoppings in Deutschland. 2017 markierte dann ein entscheidendes Jahr für Impressionen, als es von der Klingel-Gruppe übernommen wurde. Diese Akquisition sollte eine neue Ära für Impressionen einläuten, indem sie das Unternehmen in die weitreichende Struktur und das Netzwerk der Klingel-Gruppe integrierte. Die Schließung von Impressionen im Februar 2024 stellt somit das Ende einer fast drei Jahrzehnten langen Ära dar.

Die Klingel-Gruppe musste im Mai 2023 ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung anmelden, ein schwerer Schlag im 100. Jahr ihres Bestehens. Trotz intensiver Bemühungen und ausgearbeiteter Sanierungskonzepte gelang es nicht, einen finanzstarken Investor zu finden, der bereit gewesen wäre, die Unternehmensgruppe als Ganzes zu retten. Die Konsumzurückhaltung, bedingt durch die geopolitische Lage und insbesondere den Krieg in der Ukraine, sowie gestiegene Kosten, etwa für Katalogproduktion und Versand, verschärften die prekäre Situation der Gruppe. Auch eine notwendige IT-Umstellung im zweiten Halbjahr 2022 erwies sich als zusätzliche Belastung. Die Hoffnung, die Digitalisierung der Katalog-Heritage könnte einen Wendepunkt darstellen, erfüllte sich nicht.

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