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BearingPoint fordert „Wehrpflicht für Unternehmen“ für nationale Resilienz

Deutschlandfahne mit Symbolik zu Wirtschaft
Foto: Depositphotos

Key takeaways

BearingPoint schlägt eine „Wehrpflicht für Unternehmen“ zur Stärkung der nationalen Resilienz vor. In einem Strategiepapier appelliert das Beratungsunternehmen an eine Einbindung der Wirtschaft in eine Sicherheitsvorsorge.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Die Management- und Technologieberatung BearingPoint spricht sich in einem neuen Strategiepapier für eine systematische Einbindung der deutschen Wirtschaft in die nationale Sicherheitsvorsorge aus. Ziel sei eine „resiliente Gesamtgesellschaft“, die nicht nur im klassischen Verteidigungsfall handlungsfähig bleibt, sondern bereits heute dauerhaft gegen hybride Bedrohungen geschützt ist.

Im Zentrum des Papiers steht die Idee einer „Wehrpflicht für Unternehmen“. Gemeint ist damit eine strukturierte Prüfung und Einbindung sicherheitsrelevanter Unternehmen – insbesondere Betreiber kritischer Infrastrukturen, systemrelevante Produzenten sowie große Logistik- und IT-Dienstleister – in staatliche Krisen- und Verteidigungsstrukturen.

Wirtschaft im Fokus hybrider Bedrohungen

Nach Einschätzung von BearingPoint sind Unternehmen längst Teil eines permanenten hybriden Konflikts. Cyberangriffe, Sabotageversuche und Desinformationskampagnen zielten zunehmend auf Energieversorgung, Produktionssysteme, Kommunikationsnetze und Lieferketten. Die Angriffe blieben zwar unterhalb der Kriegsschwelle, könnten jedoch erheblichen strategischen Schaden verursachen.

Deutschland fehle bislang eine systematisch koordinierte Einbindung der Wirtschaft in sicherheitspolitische Strukturen. Während andere europäische Staaten verbindliche Kooperationsmodelle zwischen Staat, Wirtschaft und Sicherheitsbehörden etabliert hätten, bestehe hierzulande Nachholbedarf.

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Dreistufiges Modell zur Unternehmens-„Musterung“

Das vorgeschlagene Konzept sieht ein dreistufiges Vorgehen vor:

1. Grundausbildung: Unternehmen benennen Krisenverantwortliche, werden an sichere Kommunikationssysteme angebunden und entwickeln grundlegende Notfallpläne.

2. Spezialausbildung: Individuell abgestimmte Krisenfahrpläne werden gemeinsam mit Behörden verbindlich definiert. Schlüsselpersonal nimmt an Übungen teil.

3. Reservistenprinzip: Regelmäßige Trainings und Aktualisierungen sichern die Einsatzfähigkeit. Ein Gütesiegel „Resilience Ready“ soll vorbereitete Unternehmen auszeichnen.

Resilienz als Wettbewerbsvorteil

Nach Ansicht der Beratung profitieren Unternehmen nicht nur sicherheitspolitisch, sondern auch wirtschaftlich. Verbesserte Krisenvorsorge könne Ausfallrisiken reduzieren, Versicherungs- und Finanzierungskosten senken sowie Compliance- und ESG-Anforderungen besser erfüllen. Zudem verbessere ein belastbares Sicherheitsprofil die Position in sicherheitskritischen Lieferketten.

Politische und rechtliche Fragen offen

Das Strategiepapier wirft zugleich grundlegende Fragen auf: Soll die Teilnahme freiwillig erfolgen oder gesetzlich verpflichtend sein? Sind bestehende Sicherstellungsgesetze noch geeignet, um heutigen hybriden Bedrohungen zu begegnen?

BearingPoint schlägt eine dreijährige Umsetzungs-Roadmap vor, die eng mit militärischen Planungen wie dem OPLAN DEU und der Nationalen Sicherheitsstrategie verzahnt sein soll.

Mit dem Vorstoß greift die Beratung eine Debatte auf, die angesichts zunehmender geopolitischer Spannungen an Bedeutung gewinnt: Welche Rolle soll die Wirtschaft künftig in der staatlichen Sicherheitsarchitektur übernehmen?

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