Viele Menschen in Deutschland möchten ihren Lebensstil gesünder gestalten. Das geht aus einer aktuellen repräsentativen Untersuchung des Nürnberg Institut für Marktentscheidungen (NIM) hervor. Besonders der Verzicht auf Zucker und Alkohol stößt auf breite Offenheit. Gleichzeitig zeigt die Studie, dass gesundheitspolitische Maßnahmen wie höhere Steuern oder Verbote auf eine größere Zustimmung treffen als in vielen anderen Ländern.
Hohes Interesse an weniger Zucker und Alkohol
Beim Zuckerkonsum sehen die Forschenden das größte Veränderungspotenzial. Insgesamt können sich 59 Prozent der Befragten vorstellen, ihren Zuckerkonsum deutlich zu reduzieren, planen dies bereits oder verzichten schon teilweise darauf. Zwölf Prozent geben an, bereits konsequent auf Zucker zu verzichten. Lediglich knapp 30 Prozent schließen einen weitgehenden Verzicht aus.
Auch beim Alkoholkonsum zeigt sich eine hohe Bereitschaft zur Veränderung. Fast jeder zweite Befragte kann sich vorstellen, künftig deutlich weniger Alkohol zu trinken oder setzt dies bereits teilweise um. Rund ein Drittel verzichtet nach eigenen Angaben bereits regelmäßig auf alkoholische Getränke.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Jüngere Menschen besonders offen für Veränderungen
Vor allem die 18- bis 39-Jährigen zeigen eine hohe Bereitschaft, ihren Lebensstil anzupassen. In dieser Altersgruppe können sich 64 Prozent einen weitgehenden Verzicht auf Zucker vorstellen, 56 Prozent würden ihren Alkoholkonsum deutlich einschränken. Damit liegt die Veränderungsbereitschaft deutlich über der älterer Generationen.
Auch beim Rauchen besteht weiteres Potenzial. Zwar verzichten bereits knapp die Hälfte der Deutschen dauerhaft auf Tabak, weitere 31 Prozent können sich einen Rauchstopp vorstellen oder haben bereits erste Schritte unternommen. Die größte Bereitschaft für Veränderungen findet sich erneut bei jüngeren Erwachsenen.
Zustimmung zu politischen Maßnahmen wächst
Neben individuellen Verhaltensänderungen untersuchte das NIM auch die Akzeptanz gesundheitspolitischer Eingriffe. 28 Prozent der Befragten sprechen sich für höhere Steuern auf gesundheitlich problematische Produkte wie Alkohol, Tabak oder zuckerhaltige Getränke aus. Damit liegt Deutschland deutlich vor Ländern wie den USA oder Japan.
Auch Verbote finden vergleichsweise hohe Zustimmung. Rund 23 Prozent befürworten entsprechende Maßnahmen. Dabei unterscheiden sich die Einstellungen zwischen den Bevölkerungsgruppen: Höhere Einkommen und ein höheres Bildungsniveau gehen häufiger mit Zustimmung zu Steuermaßnahmen einher, während Verbote insbesondere von jüngeren und besser gebildeten Menschen unterstützt werden.
Nach Einschätzung von PD Dr. Katharina Gangl, Direktorin am Nürnberg Institut für Marktentscheidungen, zeigen die Ergebnisse, dass gesundheitspolitische Maßnahmen keineswegs grundsätzlich auf Ablehnung stoßen. Entscheidend sei vielmehr, welche Bevölkerungsgruppen betroffen sind und welche konkreten Maßnahmen diskutiert werden.






