Etsy richtet seine Organisation neu aus und trennt sich von einem Teil der Belegschaft, obwohl das Unternehmen operativ wieder wächst. Der Online-Marktplatz, der nun final Depop an eBay verkauft hat, verfolgt damit das Ziel, seine Strukturen zu verschlanken und die Umsetzung strategischer Initiativen zu beschleunigen.
Stellenabbau trotz verbesserter Geschäftszahlen
Der Konzern reduziert seine Belegschaft um rund 220 Stellen, was etwa zwölf Prozent der Mitarbeiter entspricht. Nach Abschluss der Maßnahme wird Etsy noch rund 1.600 Beschäftigte haben. Die Restrukturierung erfolgt in einer Phase, in der sich das Unternehmen nach schwächeren Quartalen wieder stabilisiert hat und steigende Umsätze sowie eine höhere Profitabilität verzeichnet.
Für die Umsetzung rechnet Etsy mit Kosten von etwa 35 Millionen US-Dollar, die vor allem für Abfindungen und Sozialleistungen anfallen. Betroffene Mitarbeiter erhalten umfangreiche Unterstützungsleistungen, darunter mehrere Monate Abfindung und verlängerte Gesundheitsversorgung.
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Schlankere Strukturen und schnellere Entscheidungen
Das Management betont, dass es sich nicht um ein klassisches Sparprogramm handelt. Ziel ist vielmehr eine effizientere Organisation mit weniger Hierarchieebenen und kleineren Teams. Durch den Abbau von Silos sollen Entscheidungsprozesse beschleunigt und die Umsetzung von Projekten vereinfacht werden.
Gleichzeitig plant das Unternehmen, in strategisch wichtige Bereiche weiterhin zu investieren und dort gezielt neue Mitarbeiter einzustellen. Die Restrukturierung ist damit Teil einer umfassenderen Neuausrichtung.
Künstliche Intelligenz verändert die Arbeitsweise
Etsy hebt hervor, dass der Stellenabbau nicht direkt durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz ausgelöst wurde. Dennoch spielt KI eine zentrale Rolle in der zukünftigen Entwicklung des Unternehmens. Neue Technologien verändern die Anforderungen an Mitarbeiter und beeinflussen insbesondere die Produktentwicklung.
Bereits heute setzt Etsy verstärkt auf KI-gestützte Funktionen wie personalisierte Empfehlungen, verbesserte Suchalgorithmen und digitale Assistenten für Kaufentscheidungen. Gleichzeitig sollen Kompetenzen im Bereich Machine Learning weiter ausgebaut werden.
Positive Entwicklung bei Umsatz und Nutzern
Im zweiten Quartal 2026 konnte Etsy das Handelsvolumen steigern und erreichte ein Wachstum im mittleren einstelligen Bereich. Der Umsatz legte ebenfalls zu und übertraf die Erwartungen, während sich auch die Profitabilität verbesserte.
Zudem wuchs die Zahl aktiver Käufer deutlich. Gleichzeitig erhöhte sich der durchschnittliche Warenwert pro Nutzer, was auf eine stärkere Kundenbindung und erfolgreichere Personalisierungsstrategien hinweist.
Fokus auf Kerngeschäft und langfristiges Wachstum
Parallel zur organisatorischen Neuausrichtung konzentriert sich Etsy künftig stärker auf sein Kerngeschäft. Der Verkauf von Plattformen wie Depop und Reverb ist Teil dieser Strategie. Die frei werdenden Mittel sollen unter anderem in Aktienrückkäufe und den Ausbau zentraler Geschäftsbereiche fließen.
Für das Gesamtjahr zeigt sich das Unternehmen optimistischer und hebt seine Prognose an. Die Restrukturierung soll dabei helfen, die Organisation effizienter aufzustellen und den eingeschlagenen Wachstumskurs nachhaltig fortzusetzen.




