Birkenstock hat im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2025/26 trotz geopolitischer Unsicherheiten, Inflation und negativer Währungseffekte ein solides Umsatzwachstum erzielt. Der Umsatz des Schuhanbieters stieg im Vergleich zum Vorjahresquartal um 8 Prozent auf 618 Millionen Euro. Währungsbereinigt lag das Wachstum bei 14 Prozent und damit innerhalb der langfristigen Zielspanne des Unternehmens.
Unter dem Strich musste Birkenstock allerdings einen deutlichen Gewinnrückgang hinnehmen. Der Nettogewinn sank um 22 Prozent auf 82 Millionen Euro. Belastet wurde das Ergebnis unter anderem durch ungünstige Wechselkurse, höhere US-Zölle sowie zusätzliche Kosten im Zusammenhang mit der Übernahme des australischen Vertriebspartners Birkenstock Australia.
APAC bleibt stärkste Wachstumsregion
Besonders dynamisch entwickelte sich das Geschäft im asiatisch-pazifischen Raum. In der Region APAC stiegen die Erlöse um 22 Prozent auf berichteter Basis beziehungsweise um 30 Prozent währungsbereinigt. Laut Unternehmen verzeichnete die Region zugleich die höchste Nachfrage nach geschlossenen Schuhmodellen sowie die höchsten Durchschnittspreise.
Auch in Europa, Afrika und dem Nahen Osten (EMEA) erzielte Birkenstock ein Umsatzplus von 10 Prozent. Die anhaltenden Konflikte im Nahen Osten belasteten das Geschäft dort jedoch spürbar. Nach Angaben des Unternehmens führten Lieferprobleme und eine schwächere Konsumstimmung zu Umsatzeinbußen von rund sechs Millionen Euro.
In Nord- und Südamerika wuchs Birkenstock um 4 Prozent beziehungsweise um 14 Prozent auf währungsbereinigter Basis. Wachstumstreiber waren insbesondere Großhandelspartner sowie jugendorientierte Händler und Sportfachgeschäfte.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Großhandel wächst stärker als Direktgeschäft
Im Großhandelsgeschäft (B2B) legte der Umsatz um 9 Prozent zu, währungsbereinigt um 15 Prozent. Das Unternehmen profitierte dabei von einem erweiterten Produktsortiment und hohen Abverkaufszahlen bei Handelspartnern.
Das Direktkundengeschäft (DTC) wuchs dagegen langsamer. Hier stiegen die Erlöse um 4 Prozent beziehungsweise um 12 Prozent auf bereinigter Basis. Birkenstock setzt gleichzeitig den Ausbau seines eigenen Filialnetzes fort. Im zweiten Quartal eröffnete das Unternehmen fünf weitere eigene Geschäfte und betreibt inzwischen weltweit 111 Standorte.
Margen unter Druck durch Zölle und Wechselkurse
Die Profitabilität des Unternehmens wurde im Quartal deutlich belastet. Die Bruttomarge sank von 57,7 auf 53,9 Prozent. Hauptursachen waren negative Währungseffekte, zusätzliche US-Zölle sowie Veränderungen im Vertriebsmix.
Auch das bereinigte EBITDA ging leicht zurück. Es lag bei 198 Millionen Euro und damit rund ein Prozent unter dem Vorjahresniveau. Die entsprechende EBITDA-Marge verringerte sich auf 32,1 Prozent.
Birkenstock investierte im Quartal rund 21 Millionen Euro vor allem in zusätzliche Produktionskapazitäten und den internationalen Ausbau des Einzelhandelsgeschäfts.
Jahresprognose bleibt unverändert
Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen hält das Unternehmen an seiner Prognose für das Gesamtjahr 2025/26 fest. Birkenstock erwartet weiterhin ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum zwischen 13 und 15 Prozent.
Auch die Zielspanne für die bereinigte EBITDA-Marge von 30 bis 30,5 Prozent bestätigte das Unternehmen. Vorstandschef Oliver Reichert sieht die Marke aufgrund ihres globalen Geschäftsmodells und ihrer breiten Zielgruppen weiterhin robust gegenüber externen Belastungen.




