Deutschlands Innenstädte gewinnen nach mehreren schwierigen Jahren wieder an Attraktivität. Das zeigt die „Deutschlandstudie Innenstadt 2026/27“ der CIMA Beratung + Management GmbH. Besonders deutlich verbessert sich die Bindung an die eigene City: 83,3 Prozent der Befragten wollen ihre Innenstadt künftig mindestens genauso häufig besuchen wie heute.
Auch die Bewertung fällt besser aus als in früheren Erhebungen. 44,2 Prozent vergeben ihrer Innenstadt die Schulnote 1 oder 2, während es 2022 nur 31,7 Prozent waren. Gleichzeitig sinkt der sogenannte Besuchernettoverlust deutlich und verbessert sich von minus 25,5 Prozentpunkten im Jahr 2024 auf minus 5,3 Punkte.
Einzelhandel bleibt wichtigster Anker der Innenstadt
Der Handel bleibt der wichtigste Grund für einen Innenstadtbesuch. Gemeinsam mit Gastronomie und Stadtbild bildet er weiterhin den funktionalen Kern attraktiver Zentren. Gleichzeitig gewinnt die Innenstadt als multifunktionaler Ort an Bedeutung.
Neben Shopping legen Stadtbummel, Treffen mit anderen Menschen sowie Aufenthalte ohne direkten Konsumzweck zu. Auch Arbeit, Ausbildung, Fitness und Freizeit werden stärker mit einem Besuch im Zentrum verbunden.
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Kurze Wege stärken die Bindung an die eigene City
Die Erreichbarkeit spielt eine zentrale Rolle. 51,3 Prozent der Befragten benötigen weniger als 15 Minuten bis in ihre Innenstadt. Wer zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs ist, besucht besonders häufig das eigene Stadtzentrum.
93,8 Prozent der Fußgänger und 91 Prozent der Radfahrenden nutzen am häufigsten die eigene Innenstadt. Bei Autofahrenden liegt dieser Anteil bei 68,9 Prozent, bei Nutzern des öffentlichen Nahverkehrs bei 76,8 Prozent.
Online-Handel verliert als Konkurrenzfaktor an Bedeutung
Auch das Verhältnis zum Online-Handel verändert sich. 55,9 Prozent der Befragten erwarten, künftig ungefähr gleich viel online einzukaufen. 24,7 Prozent rechnen mit einer weiteren Zunahme ihrer Onlinekäufe.
Als Grund, auf einen Innenstadtbesuch zu verzichten, spielt E-Commerce inzwischen eine geringere Rolle. Wichtiger sind fehlende Zeit, berufliche Verpflichtungen und finanzielle Gründe. Damit konkurrieren Innenstädte zunehmend weniger ausschließlich mit Online-Shops, sondern stärker um die verfügbare Freizeit der Menschen.
KI stößt auf Offenheit, wenn der Nutzen klar ist
Auch beim Einsatz Künstlicher Intelligenz zeigt die Studie eine vergleichsweise hohe Akzeptanz. 41,1 Prozent stehen KI-Anwendungen in ihrer Stadt offen gegenüber, weitere 39,1 Prozent können sich deren Einsatz unter Bedingungen wie Transparenz, Datenschutz und menschlicher Kontrolle vorstellen.
Besonders gefragt sind konkrete Anwendungen. Ein KI-gestützter digitaler Mängelmelder erreicht 42,2 Prozent Zustimmung, intelligente City-Apps 33 Prozent, intelligente Beleuchtung 30,1 Prozent und eine KI-gestützte Parkraumsteuerung 28,7 Prozent.
Aufenthaltsqualität und Wohnen bleiben zentrale Baustellen
Sauberkeit, Sitzgelegenheiten, Grünflächen und Fußgängerfreundlichkeit gehören weiterhin zu den wichtigsten Faktoren für attraktive Innenstädte. Den größten konkreten Verbesserungsbedarf sehen 39,4 Prozent bei öffentlichen Toiletten, gefolgt von Stadtbild und öffentlichem Raum sowie den Themen Mobilität und Sicherheit.
Schwach bleibt vor allem das innerstädtische Wohnen. Mit einer Durchschnittsnote von 3,75 schneidet das Wohnungsangebot schlechter ab als alle anderen untersuchten Bereiche. Gastronomie, Dienstleistungen und Einzelhandel gehören dagegen weiterhin zu den am besten bewerteten Funktionen.





