Der Preisdruck in der deutschen Wirtschaft nimmt wieder spürbar zu. Immer mehr Unternehmen planen, ihre Preise anzuheben. Der entsprechende Indikator des ifo-Instituts ist im März deutlich gestiegen und erreicht den höchsten Stand seit einem Jahr.
Energiepreise als zentraler Treiber
Hintergrund der Entwicklung sind vor allem gestiegene Kosten für Energie im Kontext des Iran-Kriegs. Höhere Preise für Rohöl, Gas und Strom wirken sich zunehmend auf die Kalkulation der Unternehmen aus. Nachdem Energiepreise zuletzt dämpfend auf die Inflation gewirkt hatten, kehrt sich dieser Effekt nun um. Unternehmen geben die gestiegenen Kosten verstärkt an ihre Kunden weiter.
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Breite Entwicklung über mehrere Branchen hinweg
Besonders stark fällt der Anstieg der Preiserwartungen in der Industrie aus. Auch im Baugewerbe sowie bei Dienstleistern zeigen sich deutliche Zuwächse. Sowohl konsumnahe als auch unternehmensnahe Dienstleister rechnen häufiger mit Preiserhöhungen. Die Entwicklung verdeutlicht, dass der steigende Kostendruck nicht auf einzelne Sektoren begrenzt ist, sondern die gesamte Wirtschaft betrifft.
Weitergabe steigender Kosten an Kunden
Neben Energiepreisen spielen auch höhere Produktions- und Transportkosten eine Rolle. Diese Faktoren verstärken den Druck auf Unternehmen zusätzlich. In der Folge werden Preissteigerungen entlang der Wertschöpfungsketten weitergegeben und schlagen sich zunehmend in Waren- und Dienstleistungspreisen nieder.
Indikator misst Preiserwartungen, nicht Höhe
Der zugrunde liegende Index basiert auf der Differenz zwischen Unternehmen, die ihre Preise erhöhen wollen, und jenen, die Preissenkungen planen. Er zeigt damit die Richtung der Preisentwicklung an, jedoch nicht deren konkretes Ausmaß. Die aktuellen Werte deuten klar auf eine zunehmende Bereitschaft zu Preiserhöhungen hin.
Insgesamt zeichnet sich ab, dass die Inflation in den kommenden Monaten wieder an Dynamik gewinnen könnte, da Unternehmen steigende Kosten verstärkt weiterreichen.


