Der Omnichannel-Optiker Mister Spex treibt seine strategische Neuausrichtung weiter voran und verabschiedet sich von eigenen Logistik- und Produktionskapazitäten. Das Unternehmen setzt künftig vollständig auf externe Partner und schließt in diesem Zuge seinen Standort in Berlin-Spandau. Mit dem heute kommunizierten Schritt will das Unternehmen seine Kostenstruktur flexibilisieren und die Grundlage für ein skalierbares, wachstumsorientiertes Geschäftsmodell schaffen.
Logistik wird vollständig ausgelagert
Die komplette Logistik übernimmt künftig der Dienstleister Arvato. Dazu gehören sämtliche Prozesse von der Warenannahme über Lagerhaltung und Versand bis hin zum Retourenmanagement. Durch die Zusammenarbeit mit einem spezialisierten Anbieter verspricht sich Mister Spex eine höhere Effizienz sowie eine bessere Skalierbarkeit der Abläufe. Investitionen in eigene Infrastruktur sollen dadurch reduziert und die Kosten stärker variabilisiert werden.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Produktion geht an Rodenstock
Auch die Fertigung verkaufsfertiger Brillen wird vollständig ausgelagert. Künftig übernimmt Rodenstock die Produktion des gesamten Sortiments, einschließlich Korrektionsbrillen und Sonnenbrillen mit Sehstärke. Die Bündelung der Herstellung bei einem spezialisierten Partner soll die Prozesse standardisieren und gleichzeitig die Qualität sowie Effizienz steigern. Für Mister Spex eröffnet sich dadurch die Möglichkeit, sich stärker auf Beratung, Sortiment und digitale Services zu konzentrieren.
Transformation hin zu Asset-Light-Modell
Die Auslagerung ist Teil der umfassenden Transformation des Unternehmens. Im Rahmen der Strategie richtet sich Mister Spex zunehmend auf ein datengetriebenes Omnichannel-Modell mit geringerer Kapitalbindung aus. Ziel ist es, Wachstum künftig ohne parallelen Ausbau eigener Infrastruktur zu ermöglichen und sich stärker auf kundennahe Bereiche wie Service, Markenführung und digitale Gesundheitsangebote zu fokussieren.
Standortschließung und Auswirkungen auf Beschäftigte
Mit der Schließung des Standorts in Berlin-Spandau sind rund 125 Beschäftigte betroffen. Das Unternehmen plant, den Personalabbau sozialverträglich zu gestalten und entsprechende Unterstützungsmaßnahmen anzubieten. Gleichzeitig markiert die Entscheidung einen tiefgreifenden Einschnitt in die bisherige Unternehmensstruktur, da Logistik und Fertigung bislang zentrale Bestandteile des operativen Geschäfts waren.


