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Fair handeln: Saarland wird erstes Fairtrade-Bundesland

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Foto: Fairtrade Deutschland e.V.

Key takeaways

Das Saarland ist offiziell das erste Fairtrade-Bundesland Deutschlands. Mit der Auszeichnung würdigt Fairtrade Deutschland das langjährige Engagement für nachhaltigen Konsum, fairen Handel und globale Gerechtigkeit. Beteiligte Akteure sind u. a. die Landesregierung, Schulen und Partnerkooperativen.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Das Saarland ist offiziell das erste Fairtrade-Bundesland Deutschlands. Mit dieser Auszeichnung würdigt Fairtrade Deutschland das langjährige Engagement des Landes für gerechten Handel und nachhaltige Entwicklung. Ministerpräsidentin Anke Rehlinger und Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot nahmen die Urkunde im Rahmen einer feierlichen Zeremonie entgegen.

Die Ernennung wird als bedeutendes Signal für die Entwicklungszusammenarbeit gewertet. Rehlinger betonte, dass der soziale und ökologische Wandel aktiv von Bundesländern mitgestaltet werden könne. „Fairer Handel geht uns alle an, und im Saarland nehmen wir diese Verantwortung ernst“, so die Ministerpräsidentin.

Auch Bildungsministerin Streichert-Clivot, zugleich Vorsitzende der Steuerungsgruppe faires Saarland, unterstrich das Engagement von Bevölkerung und Verwaltung. Die Zuständigkeit für Entwicklungszusammenarbeit liegt im Saarland beim Bildungsministerium, weshalb die Koordination der Fairtrade-Aktivitäten in ihrer Verantwortung liegt.

Jahrzehntelanges Engagement für den fairen Handel

Bereits 2009 war Saarbrücken die erste Fairtrade-Stadt Deutschlands. Fünf Jahre später wurde die Universität des Saarlandes als erste Fairtrade-University ausgezeichnet. Mittlerweile leben über 75 Prozent der Bevölkerung in Fairtrade-Kommunen, und 21 Schulen im Land tragen das Fairtrade-Siegel. Mehr als 200 Geschäfte, 70 Gastronomiebetriebe und über 130 öffentliche Einrichtungen bieten fair gehandelte Produkte an.

Claudia Brück vom Vorstand von Fairtrade Deutschland hob die Vorbildfunktion des Saarlands hervor. In Zeiten, in denen viele Länder ihre entwicklungspolitischen Aktivitäten zurückfahren, zeige das kleinste Flächenland, dass globale Verantwortung keine Frage der Größe sei.

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Zusammenarbeit mit Cashew-Kooperative aus Benin

Das Fairtrade-Engagement im Saarland ist das Ergebnis eines rund zehnjährigen Prozesses, der von einer breiten Allianz aus Zivilgesellschaft, Verwaltung und Bildungseinrichtungen getragen wurde. Ein Beispiel für diese Zusammenarbeit ist die Partnerschaft mit der Cashew-Kooperative CCPA BIO EQUITABLE aus dem westafrikanischen Benin.

Vivian Pollner, Schülerin und Sprecherin der Steuerungsgruppe, betonte den Gemeinschaftsaspekt: „Niemand kann alles tun, aber gemeinsam verändern wir die Welt.“ Der Vorsitzende der Kooperative, Gaya Chabi Boum, hob hervor, dass durch faire Preise Investitionen in Bildung und bessere Lebensbedingungen ermöglicht würden.

Fairtrade auf dem Vormarsch

Laut einer aktuellen Umfrage von Globe Scan vertrauen 83 Prozent der Befragten dem Fairtrade-Siegel. In Deutschland wurden bislang über 900 Städte, mehr als 1000 Schulen und 51 Universitäten mit dem Titel ausgezeichnet. Auch der Umsatz wächst: 2024 stieg der Verkauf von Fairtrade-Produkten hierzulande auf rund 2,9 Milliarden Euro.

Das Saarland hat mit der aktuellen Auszeichnung seine Rolle als Wegbereiter für nachhaltigen Konsum weiter ausgebaut und könnte damit zum Vorbild für andere Bundesländer werden.

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