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Italien ermittelt gegen Sephora wegen Werbung für Kinder

SEPHORA Einkaufstasche auf einem Staender
Foto: teamtime / depositphotos.com

Key takeaways

Italien untersucht Sephora wegen möglicher Werbung für Kosmetikprodukte an Kinder. Behörden sehen Risiken durch Social-Media-Trends wie „Sephora Kids“ und warnen vor gesundheitlichen Folgen. Der Fall könnte strengere Regeln für Beauty-Marketing an Minderjährige in Europa auslösen.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Die italienische Wettbewerbsbehörde geht gegen den Kosmetikhändler Sephora vor. Hintergrund sind Vorwürfe, dass gezielt Kinder und sehr junge Jugendliche mit Marketing für Kosmetikprodukte angesprochen werden. Im Fokus stehen insbesondere Social-Media-Kampagnen und Influencer-Inhalte.

Vorwürfe wegen gezielter Ansprache Minderjähriger

Nach Angaben der Behörde AGCM richtet sich die Untersuchung auch gegen die Marke Benefit Cosmetics sowie weitere Einheiten des LVMH-Konzerns. Der Verdacht: Über soziale Netzwerke könnten gezielt sehr junge Zielgruppen zum Kauf von Kosmetikprodukten motiviert werden, die eigentlich für Erwachsene konzipiert sind.

Kritisch gesehen wird vor allem der Einsatz sogenannter Mikro-Influencer, die Inhalte für ein sehr junges Publikum produzieren und damit frühzeitigen Konsum von Hautpflegeprodukten fördern.

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Trend „Sephora Kids“ verstärkt die Debatte

Auslöser der Untersuchung ist unter anderem der Social-Media-Trend „Sephora Kids“. Dabei zeigen Kinder – teils im Grundschulalter – ihre Einkäufe, Hautpflegeroutinen oder sogenannte „Hauls“ aus Sephora-Filialen.

Die Inhalte verbreiten sich insbesondere über Plattformen wie TikTok und Instagram und erreichen Millionen von Nutzern. Beobachter sehen darin eine Verstärkung von Konsumdruck und Schönheitsidealen in sehr jungen Altersgruppen.

Gesundheitsrisiken und „Cosmeticorexia“

Die Behörden warnen vor möglichen gesundheitlichen Folgen. Der häufige und unsachgemäße Gebrauch von Kosmetikprodukten könne die Haut junger Nutzer schädigen.

Zudem verweisen sie auf das Phänomen „Cosmeticorexia“ – eine übermäßige Beschäftigung mit Hautpflege und Kosmetik bereits im Kindesalter. Diese Entwicklung könne zu problematischen Konsumgewohnheiten führen.

Kritik an unzureichender Aufklärung

Ein weiterer Vorwurf betrifft die Kommunikation von Produktinformationen. Laut Behörde könnten wichtige Hinweise – etwa zur Eignung für bestimmte Altersgruppen oder zu möglichen Risiken – unklar oder unvollständig dargestellt worden sein.

Dies erschwere es insbesondere jungen Nutzern und ihren Eltern, informierte Kaufentscheidungen zu treffen.

Unternehmen weisen Vorwürfe zurück

Sephora, Benefit Cosmetics und LVMH erklärten gegenüber Reuters, alle geltenden Vorschriften einzuhalten und mit den Behörden zu kooperieren. Weitere Details wollten die Unternehmen zunächst nicht kommentieren.

Signalwirkung für den europäischen Markt

Die Untersuchung gilt als erste ihrer Art in Europa und könnte weitreichende Folgen haben. Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, könnten strengere Regeln für das Marketing von Kosmetikprodukten an Minderjährige folgen.

Damit rückt ein wachsender Markt stärker in den regulatorischen Fokus – und mit ihm die Frage, wie Unternehmen verantwortungsvoll mit jungen Zielgruppen umgehen.

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