Ingka Investments, die Investmentgesellschaft des IKEA-Händlers Ingka Group, hat ihren bislang größten Waldlandkauf bekannt gegeben: In Lettland und Estland erwirbt das Unternehmen rund 153.000 Hektar Land – davon etwa 89 Prozent bewaldet – von der schwedischen Forstgenossenschaft Södra. Der Abschluss der Transaktion steht unter dem Vorbehalt der behördlichen Genehmigungen in beiden Ländern.
Langfristige Perspektive statt kurzfristiger Rendite
Die Ingka Group, die für 87 Prozent der weltweiten IKEA-Umsätze verantwortlich ist und in 31 Ländern aktiv ist, verfolgt mit dem Deal eine langfristige Strategie. Die Gruppe ist stiftungsgeführt und investiert ihre Gewinne direkt in das eigene Geschäft. Diese Struktur erlaubt es, auch großvolumige Käufe wie den aktuellen Walderwerb eigenfinanziert umzusetzen.
Peter van der Poel, Geschäftsführer von Ingka Investments, betonte die Bedeutung nachhaltiger Waldwirtschaft: „Unser Ziel ist es, Wälder langfristig gesund zu halten und gleichzeitig lokale Wirtschaftsstrukturen zu stärken.“
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Mehr regionale Wertschöpfung in den baltischen Staaten
Statt den Fokus auf den Holzexport zu legen, will Ingka stärker mit lokalen Sägewerken und Holzverarbeitern zusammenarbeiten. Dies soll Arbeitsplätze sichern und die Holzverarbeitung in der Region fördern. Niks Sauva, Landeschef von Ingka Investments Lettland, kündigte an, den Anteil regional verarbeiteter Hölzer erhöhen zu wollen.
Bereits heute besitzt Ingka Investments 331.000 Hektar Wald in sieben Ländern, darunter Lettland (110.000 ha), Estland (31.000 ha) und Litauen (27.000 ha). In der Finanzperiode 2025 beschäftigten die Waldteams etwa 190 Personen direkt, hinzu kommen zahlreiche lokale Auftragnehmer. Insgesamt wurden rund 14 Millionen Setzlinge gepflanzt – ein wesentlicher Beitrag zur Waldverjüngung mit einem jährlichen Nettowachstum von etwa 500.000 Kubikmetern Holz.
Fokus auf Forschung und Naturschutz
Ein Teil der lettischen Flächen – rund 16.000 Hektar – ist für ein gemeinsames Forschungsprojekt mit dem European Forest Institute und Preferred by Nature reserviert. Ziel ist es, naturnähere Bewirtschaftungsformen zu erproben, die Biodiversität schonen und gleichzeitig wirtschaftlich tragfähig bleiben. Rund 22 Prozent der Ingka-Wälder werden bereits heute mit vorrangigem Naturschutzziel bewirtschaftet.
Södra zieht sich zurück – nachhaltige Forstwirtschaft bleibt
Für Södra bedeutet der Verkauf eine strategische Neuausrichtung. CEO Lotta Lyrå erklärte, dass man sich künftig stärker auf die Wertschöpfung in den Wäldern der eigenen Mitglieder konzentrieren wolle. Gleichzeitig hob sie hervor, dass Ingka die gleichen Werte in Sachen nachhaltiger Forstwirtschaft vertrete.


