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Amazon startet 30-Minuten-Lieferdienst ‚Amazon Now‘ in US-Metropolen

Amazon Zustellerin mit Amazon Now Tuete
Foto: Amazon

Key takeaways

Amazon verschärft den Wettbewerb im Quick-Commerce-Markt und integriert seine neuen 30-Minuten-Zustellungen direkt in sein Prime- und Same-Day-Ökosystem im Heimatmarkt USA.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Der Online-Gigant Amazon treibt den Ausbau seines Schnellliefergeschäfts in den USA massiv voran und startet mit „Amazon Now“ nun den 30-Minuten-Lieferdienst für Millionen Kundinnen und Kunden. Der Service ist bereits in mehreren großen US-Metropolen verfügbar und soll laut Amazon bis Jahresende auf zahlreiche weitere Regionen ausgeweitet werden.

Mit dem neuen Angebot verschärft der Onlinehandelskonzern den Wettbewerb im Quick-Commerce-Segment deutlich. Amazon integriert ultraschnelle Lieferungen dabei direkt in sein bestehendes Prime- und Same-Day-Ökosystem, das bereits letztes Jahr parallel zur Schließung aller Go- und Fresh-Stores massiv für Lebensmittel ausgebaut wurde.

30-Minuten-Lieferung für Lebensmittel und Alltagsprodukte

„Amazon Now“ ermöglicht die Zustellung tausender Produkte innerhalb von 30 Minuten oder weniger. Zum Sortiment zählen frische Lebensmittel, Haushaltswaren, Pflegeprodukte, Elektronikartikel sowie in ausgewählten Regionen auch Alkohol.

Der Service ist bereits in Städten wie Atlanta, Dallas–Fort Worth, Philadelphia und Seattle breit verfügbar. Weitere Märkte, darunter Austin, Houston, Phoenix, Denver und Orlando, befinden sich aktuell im Ausbau. Außerhalb der USA wird „Amazon Now“ bislang nur in London getestet.

Amazon positioniert den Dienst gezielt für spontane und zeitkritische Einkäufe. Größere Bestellungen sollen weiterhin über ein- oder dreistündige Lieferfenster beziehungsweise Same-Day-Angebote abgewickelt werden.

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Prime-Mitgliedschaft wird weiter aufgewertet

Preislich setzt Amazon auf eine klare Differenzierung zwischen Prime- und Nicht-Prime-Kunden. Prime-Mitglieder zahlen für die 30-Minuten-Lieferung 3,99 US-Dollar pro Bestellung, während Nicht-Mitglieder mit 13,99 US-Dollar deutlich höhere Gebühren entrichten müssen.

Zusätzliche Gebühren fallen bei kleineren Warenkörben unter 15 US-Dollar an. Damit stärkt Amazon die Attraktivität seines Prime-Abonnements weiter und erhöht gleichzeitig die Kundenbindung im Alltag.

Mikro-Fulfillment ersetzt klassische Lagerlogik

Technologisch basiert „Amazon Now“ auf einem Netzwerk kleiner, stadtnaher Mikro-Fulfillment-Center. Diese kompakten Standorte ermöglichen deutlich kürzere Lieferwege und schnellere Kommissionierung. Das Modell gilt als besonders effizient für frische Lebensmittel und Produkte des täglichen Bedarfs. Gleichzeitig sinken bei hoher Bestelldichte die Kosten pro Lieferung.

Mit diesem Ansatz überträgt Amazon ein Konzept des klassischen Quick-Commerce auf die eigene globale Infrastruktur und kombiniert es mit bestehenden Logistik-, Plattform- und Datenstrukturen.

Geschwindigkeit wird zum zentralen Wettbewerbsfaktor

Der Ausbau von „Amazon Now“ erfolgt vor dem Hintergrund stark wachsender Schnelllieferungen im Prime-Netzwerk. Nach Unternehmensangaben lieferte Amazon im Jahr 2025 weltweit mehr als 13 Milliarden Artikel am selben oder nächsten Tag aus. Allein in den USA entfielen über acht Milliarden Sendungen auf besonders schnelle Lieferoptionen. Rund die Hälfte davon betraf Lebensmittel und Alltagsprodukte.

Parallel testet Amazon weitere Zustellmodelle wie Drohnenlieferungen unter 60 Minuten sowie erweiterte Same-Day-Angebote in tausenden Städten.

Mit „Amazon Now“ hebt Amazon den Wettbewerb im Lebensmittel- und Sofortliefermarkt auf eine neue Ebene. Für klassische Händler und spezialisierte Quick-Commerce-Anbieter steigt damit der Druck erheblich, da Amazon Geschwindigkeit zunehmend als zentrales Differenzierungsmerkmal seines Handelsökosystems etabliert.

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