Die Europäische Kommission hat am Freitag einen umfassenden Aktionsplan vorgestellt, der den Umgang mit künstlicher Intelligenz im Bereich der Cybersicherheit neu strukturieren soll. Ziel ist es, sowohl die wachsenden Risiken durch fortgeschrittene KI-Systeme zu adressieren als auch deren Potenziale gezielt für den Schutz digitaler Infrastrukturen zu nutzen.
Neue Risiken durch leistungsfähige KI-Systeme
Mit der zunehmenden Leistungsfähigkeit moderner KI-Modelle verändern sich auch die Bedrohungsszenarien im Cyberraum. Technologien können gezielt eingesetzt werden, um Sicherheitslücken aufzuspüren, Angriffe zu automatisieren und deren Geschwindigkeit erheblich zu steigern. Die Kommission sieht darin eine grundlegende Verschiebung der Sicherheitslage und fordert eine koordinierte Reaktion auf europäischer Ebene.
Der Aktionsplan baut auf bestehenden EU-Regelwerken auf und soll Mitgliedstaaten, Unternehmen sowie weitere Organisationen enger vernetzen. Ziel ist eine gemeinsame Strategie, um die digitale Infrastruktur widerstandsfähiger gegenüber neuen Angriffsmethoden zu machen.
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Systematische Bewertung und Kontrolle von KI-Modellen
Ein zentraler Bestandteil des Konzepts ist die verpflichtende Bewertung fortgeschrittener KI-Systeme. Noch bevor entsprechende Modelle auf den Markt gelangen, sollen deren Risiken analysiert und geeignete Gegenmaßnahmen entwickelt werden. Damit wird die Kontrolle über potenzielle Gefahren frühzeitig gestärkt.
Zusätzlich plant die Kommission den Aufbau einer europäischen Evaluierungskapazität für Cybersicherheit. Diese Einrichtung soll ab 2027 einsatzbereit sein und die unabhängige Prüfung von KI-Technologien unterstützen. Gleichzeitig soll sie dazu beitragen, Fachwissen innerhalb Europas gezielt auszubauen.
Strukturierter Zugang und sichere Testumgebungen
Neben der Regulierung spielt auch der Zugang zu leistungsfähigen KI-Systemen eine wichtige Rolle. Die Kommission will gemeinsam mit der EU-Agentur für Cybersicherheit klare Rahmenbedingungen entwickeln, die öffentlichen und privaten Akteuren den kontrollierten Zugang zu entsprechenden Technologien ermöglichen.
Parallel dazu sollen sichere Testplattformen entstehen, auf denen KI-Anwendungen unter realitätsnahen Bedingungen erprobt werden können. Insbesondere kritische Sektoren wie Energie, Finanzwesen, Gesundheitsversorgung oder Verkehr sollen von diesen Simulationsumgebungen profitieren und neue Erkenntnisse für den sicheren Einsatz von KI gewinnen.
Stärkung von Resilienz und technologischer Souveränität
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Verbesserung grundlegender Sicherheitsstandards. Unternehmen und Organisationen sollen verstärkt auf Cyberhygiene, Risikomanagement und Sicherheitskonzepte setzen, die bereits in der Entwicklungsphase von Technologien berücksichtigt werden.
Gleichzeitig will die EU ihre eigenen Kompetenzen im Bereich KI weiter ausbauen. Geplant sind Initiativen zur Förderung von Forschung und Entwicklung sowie Programme, die Unternehmen, Wissenschaft und öffentliche Institutionen zusammenbringen. Ziel ist es, die europäische Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und unabhängige technologische Fähigkeiten aufzubauen.


