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Moderater Anstieg: Firmeninsolvenzen bleiben 2026 weltweit unter Druck

Bankrupt Schriftzug mit Symbolik zu Insolvenzen
Foto: depositphotos.com

Key takeaways

Coface erwartet 2026 weltweit einen leichten Anstieg der Insolvenzen, warnt jedoch vor hoher Fragilität und Zinsrisiken. Vor allem in Europa zeigen sich starke Unterschiede.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Die Zahl der weltweiten Unternehmensinsolvenzen bleibt 2026 auf hohem Niveau, zeigt aber erstmals eine leichte Stabilisierung. Das geht aus der aktuellen Prognose des Kreditversicherers Coface hervor. Insgesamt erwartet das Unternehmen in den großen Industrienationen ein moderates Plus von 2,8 Prozent. Für Deutschland rechnen die Analysten mit einem Anstieg um rund 1 Prozent – ein Wert, der angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen als verhältnismäßig robust gilt.

Fragile Erholung unter hohem Kostendruck

Laut Coface-Volkswirt Markus Kuger profitieren viele Volkswirtschaften von vorsichtigen geldpolitischen Lockerungen und leicht besseren Finanzierungsbedingungen. Dennoch liegen die Zinsen weiterhin klar über dem Vorkrisenniveau, während zahlreiche Branchen mit hohen Kosten, strukturellen Herausforderungen und steigender Verschuldung kämpfen.

Besonders betroffen bleiben energie- und kapitalintensive Sektoren wie das Baugewerbe, die chemische Industrie und große Teile des verarbeitenden Gewerbes. Selbst bislang widerstandsfähige Bereiche wie Pharma und IT spüren zunehmenden Margendruck.

In Deutschland erwartet Coface trotz schwacher Industriekonjunktur nur einen moderaten Anstieg der Insolvenzen. Steuerliche Entlastungen, höhere staatliche Investitionen und sinkende Energiekosten wirken stabilisierend. Dennoch liegen die Fallzahlen weiterhin deutlich über dem Niveau vor der Pandemie.

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Unterschiedliche Entwicklungen in Europa, Nordamerika und Asien-Pazifik

In Europa zeigen sich 2026 klare Unterschiede:
Frankreich und Großbritannien bleiben mit einem Plus von jeweils 2 Prozent auf einem hohen Insolvenzlevel.
Spanien dürfte dank dynamischerer Konjunktur einen Rückgang um 3 Prozent verzeichnen.
– In den Niederlanden wird nach dem außergewöhnlich starken Rückgang im Vorjahr ein erneutes Plus von 4 Prozent erwartet – damit nähert sich das Insolvenzgeschehen wieder dem Vor-Pandemie-Niveau an.

Auch in Nordamerika ist die Lage heterogen: Während in den USA ein Anstieg um 4 Prozent erwartet wird, dürfte Kanada nach mehreren Krisenjahren seine Erholung fortsetzen und ein Minus von 5 Prozent erreichen.

Im asiatisch-pazifischen Raum bleibt das Bild ähnlich gespalten. Japan kämpft weiterhin mit schwacher Nachfrage und hohen Zinsen und dürfte deshalb ein Plus von 7 Prozent verzeichnen. Australien hingegen stabilisiert sich nach starken Nachholeffekten und dürfte 2026 nahezu seitwärts laufen.

Zinsentwicklung als wichtigster Risikofaktor

Besonders für Europa bleibt die Entwicklung eng mit den Kreditkosten verbunden. Laut Coface könnte eine Zinserhöhung von nur 25 Basispunkten die globalen Insolvenzen um 4 bis 5 Prozent steigen lassen – also in etwa so stark wie im Krisenjahr 2025.

Vor allem Branchen mit geringer Schuldentragfähigkeit wie Bau, Chemie und Textil würden eine solche Entwicklung deutlich spüren. Für Coface steht daher fest: 2026 hängt das Insolvenzgeschehen weniger vom Wirtschaftswachstum ab als vom Tempo der geldpolitischen Anpassungen. Der Preis der Finanzierung werde damit zum entscheidenden Risikofaktor.

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