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Neue ifo-Studie: Freihandel als Chance gegen Abschwung

Voll beladenes Container-Schiff auf dem Meer
Foto: Peter Lindenau / Pixabay

Key takeaways

Eine neue ifo-Studie im Auftrag der INSM zeigt: Mit Freihandelsabkommen könnte Deutschland die wirtschaftlichen Folgen protektionistischer US-Handelspolitik nicht nur ausgleichen, sondern überkompensieren. Besonders die Industrie würde profitieren. Die INSM fordert von der EU zügige Verhandlungen mit sieben strategisch wichtigen Staaten.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Eine neue Studie des ifo Instituts im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) zeigt: Deutschland könnte mit einer strategischen Freihandelsoffensive die aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen nicht nur abfedern, sondern sogar überwinden. Konkret empfiehlt das Papier, neue Freihandelsabkommen mit sieben Partnerstaaten abzuschließen – darunter Indien, Australien und die Vereinigten Arabischen Emirate.

Handelsabkommen mit P7-Staaten als Impulsgeber

Laut der Studie würde eine umfassende Handelsöffnung gegenüber diesen sogenannten P7-Staaten (Mercosur, Indien, Malaysia, Indonesien, Thailand, Australien und die Vereinigten Arabischen Emirate) das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) um bis zu 0,5 Prozent steigern. Das entspricht einem jährlichen Wohlstandsgewinn von bis zu 21,6 Milliarden Euro oder rund 259 Euro pro Kopf. Besonders die exportorientierten Industriezweige wie Maschinenbau, Chemie und Automobilindustrie würden davon profitieren – mit Wertschöpfungszuwächsen von bis zu 3,2 Prozent.

Im Vergleich zum 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen der Bundesregierung, das nur ein Wirtschaftswachstum von 0,3 Prozentpunkten generiere, seien Handelsabkommen laut ifo-Analyse deutlich effektiver. Sie stärken die globale Wettbewerbsfähigkeit und fördern die Resilienz gegenüber geopolitischen Handelsrisiken.

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Schutz gegen US-Zölle und wirtschaftspolitische Blockaden

Die ifo-Experten haben zudem simuliert, wie sich neue US-Zölle unter einem möglichen Präsidenten Trump auf die deutsche Wirtschaft auswirken würden. Ergebnis: Ein Rückgang des BIP um 0,13 Prozent und ein Exportverlust von 1,3 Prozent. Besonders betroffen wären die zentralen Industriezweige, die mit sinkender Wertschöpfung und gefährdeten Arbeitsplätzen rechnen müssten.

Die Studie argumentiert, dass die EU mit der Umsetzung neuer Freihandelsverträge nicht nur gegensteuern, sondern die negativen Auswirkungen sogar überkompensieren könne. In einem erweiterten Szenario – inklusive eines Abkommens mit den USA – wären bis zu 1 Prozent BIP-Wachstum möglich.

INSM-Geschäftsführer Thorsten Alsleben fordert daher schnelles Handeln: „Freihandel wäre der größte Wachstums-Booster. Während wir intern mit Strukturproblemen kämpfen, könnten wir durch Freihandelsabkommen neue Märkte erschließen und den Abschwung in einen Aufschwung drehen.“ Seine Frage an die Politik lautet daher: „Worauf wartet die EU noch?“

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