Wayfair hat sein Geschäftsjahr 2025 mit einem deutlichen Umsatzanstieg und einer verbesserten Profitabilität abgeschlossen. Trotz eines rückläufigen Gesamtmarkts im Bereich Home & Living konnte der Onlinehändler laut Quartalsmitteilung Marktanteile gewinnen und gleichzeitig die Ergebnisse auf Konzernebene stabilisieren. Das vierte Quartal zeigte eine spürbare Dynamik im US-Geschäft, während das internationale Geschäft auf niedrigem, aber positivem Wachstumskurs blieb.
Umsatzentwicklung und Ergebnislage
Im vierten Quartal 2025 erzielte Wayfair einen Gesamtumsatz von 3,3 Milliarden US-Dollar (rund 3,05 Milliarden Euro), was einem Wachstum von 6,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Ohne den Einfluss des Rückzugs aus dem deutschen Markt hätte das Plus 7,8 Prozent betragen. Besonders stark entwickelte sich erneut das US-Geschäft, das um 7,4 Prozent auf 2,9 Milliarden US-Dollar (rund 2,68 Milliarden Euro) wuchs. Das internationale Geschäft legte um 3,7 Prozent auf 395 Millionen US-Dollar (rund 365 Millionen Euro) zu, wenngleich die währungsbereinigte Steigerung mit 1,3 Prozent geringer ausfiel.
Die Bruttomarge erreichte im Schlussquartal 30,3 Prozent. Der Non-GAAP Contribution Profit lag bei 511 Millionen US-Dollar (rund 472 Millionen Euro), was 15,3 Prozent des Umsatzes entspricht. Beim Ergebnis zeigte sich eine deutliche Diskrepanz zwischen GAAP- und Non-GAAP-Kennzahlen: Während der Nettoverlust 116 Millionen US-Dollar (rund 107 Millionen Euro) betrug, meldete das Unternehmen ein Non-GAAP Adjusted EBITDA von 224 Millionen US-Dollar (rund 207 Millionen Euro). Der verwässerte Verlust je Aktie lag bei 0,89 US-Dollar, wohingegen der Non-GAAP-Wert mit 0,85 US-Dollar im positiven Bereich lag.
Wayfair stärkte zudem seine Liquiditätsposition. Der operative Cashflow belief sich auf 202 Millionen US-Dollar (rund 186 Millionen Euro), der freie Cashflow auf 145 Millionen US-Dollar (rund 134 Millionen Euro). Insgesamt verfügte das Unternehmen zum Jahresende über liquide Mittel von 1,5 Milliarden US-Dollar (rund 1,38 Milliarden Euro), während die Gesamtkapazität einschließlich Kreditlinien 1,9 Milliarden US-Dollar (rund 1,75 Milliarden Euro) betrug.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Gesamtjahr 2025: Wachstum trotz Marktdruck
Auch im Gesamtjahr konnte Wayfair die Umsätze steigern. Der Konzern erzielte einen Jahresumsatz von 12,5 Milliarden US-Dollar (rund 11,55 Milliarden Euro) und lag damit 5,1 Prozent über dem Vorjahr. Bereinigt um den Marktaustritt in Deutschland ergibt sich ein Wachstum von 6,1 Prozent. Das US-Geschäft stieg um 5,8 Prozent auf 11 Milliarden US-Dollar (rund 10,17 Milliarden Euro). Das internationale Geschäft stagnierte dagegen weitgehend, erreichte aber ein minimal positives Wachstum.
Die Bruttomarge lag für das Gesamtjahr bei 30,2 Prozent. Der Non-GAAP Contribution Profit belief sich auf 1,9 Milliarden US-Dollar (rund 1,75 Milliarden Euro). Auch hier zeigt sich das bekannte Muster: Während der Nettoverlust 313 Millionen US-Dollar (rund 289 Millionen Euro) betrug, lag das Adjusted EBITDA mit 743 Millionen US-Dollar (rund 686 Millionen Euro) solide im Plus. Das operative Geschäft generierte im Gesamtjahr einen Cashflow von 534 Millionen US-Dollar (rund 492 Millionen Euro), während der freie Cashflow bei 329 Millionen US-Dollar (rund 303 Millionen Euro) lag.
CEO und Mitgründer Niraj Shah spricht von einem „tremendous year“, in dem es gelungen sei, sowohl neue Kunden zu gewinnen als auch das wiederkehrende Geschäft zu stärken. Der Manager betont, dass Wayfair in einem insgesamt schrumpfenden Markt überproportional gewachsen sei. Das Zusammenspiel aus Marktanteilsgewinnen und operativer Effizienz sei ein zentraler Baustein für die künftige Geschäftsentwicklung.
Kundendaten und Bestellverhalten
Die Zahl der aktiven Kunden lag zum Jahresende bei 21,3 Millionen und damit leicht unter dem Vorjahreswert. Gleichzeitig stieg der Umsatz pro aktivem Kunden auf 586 US-Dollar (rund 541 Euro), ein Plus von 5,6 Prozent. Auch die Bestellfrequenz nahm zu: Kunden bestellten im Schnitt 1,88 Produkte im Jahr, etwas mehr als die 1,85 Bestellungen des Vorjahres.
Insgesamt wurden im vierten Quartal 11,1 Millionen Bestellungen ausgeliefert, ein Plus von 3,7 Prozent. Der Anteil der Bestellungen durch wiederkehrende Kunden blieb mit 79,1 Prozent auf hohem Niveau. Diese Kundengruppe platzierte 8,8 Millionen Bestellungen, was einem Zuwachs von 3,5 Prozent entspricht. Der durchschnittliche Bestellwert stieg ebenfalls – von 290 auf 301 US-Dollar (rund 278 auf 278 Euro).
Ein weiterer Trend bleibt stabil: Smartphones und Tablets gewinnen beim Einkauf weiter an Bedeutung. Im vierten Quartal wurden 64,9 Prozent aller Bestellungen über mobile Endgeräte aufgegeben, leicht mehr als im Vorjahresvergleich.
Ausblick und Einordnung
Wayfair geht mit Rückenwind in das Geschäftsjahr 2026. Das Unternehmen verweist auf die Kombination aus Wachstum bei Neu- und Bestandskunden, steigender operativer Effizienz und einer soliden Liquiditätsbasis. Gleichzeitig bleibt der Markt für Home & Living im Umbruch: Nach den starken Corona-Jahren hat sich die Nachfrage normalisiert, dennoch zeigt Wayfair, dass durch gezielte Sortimentssteuerung, Technologieeinsatz und effiziente Logistik weiterhin Wachstum möglich ist.
Auch wenn die GAAP-Verluste bestehen bleiben, sieht Wayfair seine strategische Position gestärkt. Entscheidend wird sein, ob das Unternehmen diese Entwicklung in einem zunehmend kompetitiven Umfeld beibehalten kann. Mit einem klaren Fokus auf Profitabilität und Marktanteilsgewinnen legt Wayfair jedoch die Grundlage für weiteres Wachstum im Jahr 2026.


